Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Warnung vor der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zurückgenommen.

Die WHO-Expertinnen und -Experten hatten Studien, Ärzte und Medizinerinnen konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Erkrankten gebe. "Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab", teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. Noch am Dienstag hatte sie die offizielle Empfehlung herausgegeben, Ibuprofen nicht ohne ärztlichen Rat bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus einzunehmen.

Allerdings hatten die Expertinnen und Experten auch betont, dass es keine neuen Studien gebe, aus denen hervorgehe, dass Ibuprofen mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei. Die WHO hatte angekündigt, die Lage genau zu prüfen, was nun offenbar erfolgt ist.

Frankreich schränkte bereits Verkauf von Ibuprofen ein

Zuerst hatte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran mit einem Tweet, in dem er vor Entzündungshemmern wie Ibuprofen gewarnt hatte, international Sorge ausgelöst. Auch der französische nationale Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon hatte sich ähnlich geäußert und von der Einnahme sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) abgeraten. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen neben Ibuprofen auch Acetylsalicylsäure (ASS; Aspirin) und Diclofenac. Dabei bezog er sich auf einen Beitrag im Fachjournal Lancet, in dem eine mögliche unerwünschte Wirkung von Ibuprofen erwähnt wurde. Die Fallzahl der Studie war aber äußerst gering. Frankreich reagierte auf diese Warnung schnell und schränkte den Verkauf von Paracetamol ein.