Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland wieder deutlich. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete sowohl neue Höchststände bei der Zahl der Neuinfektionen als auch der Zahl der Covid-Toten: Demnach wurden 29.875 Menschen innerhalb von 24 Stunden als neuinfiziert registriert – gut 6.000 mehr als in der Vorwoche. Auch die Zahl der an oder mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen erreichte mit 598 einen neuen Höchstwert. Insgesamt gibt es laut des RKI nun 20.970 registrierte Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus.

Daten von ZEIT ONLINE bestätigen den deutlichen Anstieg, liegen aber mit 27.978 Neuinfektionen am Donnerstag und einem Plus von 4.768 Fällen im Wochenvergleich leicht unter den Institutszahlen. Die Zahlen von ZEIT ONLINE basieren auf den Angaben der Landkreise. Sie sind weniger stark von verzögerten Meldeketten betroffen als die Daten des RKI und können daher abweichen. Demnach ist die Zahl der Neuinfektionen den achten Tag in Folge kontinuierlich angestiegen, zudem wird der Abstand zum Vorwochenniveau immer größer.

Die Recherchen von ZEIT ONLINE zeigen 534 neue Corona-Tote innerhalb des vergangenen Tages an. Das wären 84 Tote mehr als am Donnerstag der Vorwoche und 13 mehr als am unmittelbaren Tag davor. Nur an zwei Tagen seit Ausbruch der Seuche hat es in Deutschland bisher mehr Virustote gegeben. Beide fielen in diese Woche.

Im Ländervergleich meldete Nordrhein-Westfalen die meisten Neuinfektionen (5.560), gefolgt von Bayern (4.964), Baden-Württemberg (4.162) und Sachsen (2.687). Jedes der drei letztgenannten Bundesländer registrierte am Donnerstag eine so hohe Zahl neuer Fälle wie noch nie. Baden-Württemberg will deshalb nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch vor der offiziellen Absprache mit Bund und Ländern Anfang kommender Woche drastische neue Ausgangsbeschränkungen verhängen.

Bei den Städten verzeichnete Berlin die meisten Neuinfektionen mit 1.656 Fällen. Die Hauptstadt erfasste damit am Donnerstag fast dreimal so viele neue Fälle wie München (578). Hamburg registrierte den dritthöchsten Wert positiver Tests (506). Dahinter folgen Dresden mit 445 neuen Infektionen an einem Tag und Zwickau in Sachsen mit 372 neuen Fällen.

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In Berlin ist die Pandemie zurzeit auch besonders tödlich. Im Laufe der vergangenen 24 Stunden starben dort 19 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In Augsburg starben 18, im sächsischen Görlitz waren es 14.

In acht Landkreisen meldeten die Gesundheitsämter keine neuen Fälle. Das war schon tags zuvor so gewesen. Nordrhein-Westfalen hat jetzt mit 303.206 Corona-Fällen seit Ausbruch der Pandemie die Schwelle von 300.000 überschritten.

Auch die Sieben-Tages-Inzidenz schnellte nach oben. Das RKI beziffert sie nun mit 156,3 an. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich rechnerisch neu innerhalb von sieben Tagen auf 100.000 Einwohner anstecken. Ziel von Bund und Ländern ist eigentlich ein Wert von 50, damit Gesundheitsämter Infektionsketten wieder nachverfolgen können.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bundesweit bei 1,03 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 Menschen ansteckt. Der Wert schwankt seit einigen Wochen um 1 herum und bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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