Unberührte Wälder gibt es auf Borneo kaum noch, seit der Mensch weiter und weiter in den Dschungel auf der indonesischen Insel vordringt, die eingerahmt von Sumatra im Westen und Papua im Osten zwischen dem Südchinesischen Meer, dem Pazifik und dem Indischen Ozean liegt. Waren in den siebziger Jahren 95 Prozent der Insel der Natur überlassen, sind heute gerade noch die Hälfte der Tropenwälder erhalten.

Ihr Verlust hat nicht nur enorme Auswirkungen auf den Klimawandel – denn durch Abholzung und Waldbrände gelangen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid in die Atmosphäre –, sondern auch für die Tiere und Pflanzen in diesem besonderen Ökosystem.

Die Artenvielfalt auf Borneo ist außergewöhnlich groß. Auf der Tropenwald-Insel in Südostasien gibt es mehr als 15.000 Blütenpflanzen – 166 Pflanzenarten kommen nur hier vor. Auch 35 von mehr als 200 verschiedene Säugetieren leben ausschließlich auf Borneo, genau wie 35 Arten von Fischen. Ganz zu schweigen von der unglaublichen Vielfalt an Insekten, Amphibien und Reptilien, die sich in dem feuchtwarmen Klima im dichten Regenwald wohlfühlen.

Auch der Nasenaffe ( Nasalis larvatus ) kommt ausschließlich auf Borneo vor. Die auffällige, sackförmige Nase haben nur die Männchen. Die Primaten können es auf eine Körperlänge von bis zu 75 Zentimeter bringen. Nasenaffen ernähren sich vor allem von Blättern und Früchten. Sie leben vor allem in der Nähe von Gewässern. Unter den Primaten gelten sie als die besten Schwimmer.