Eine endlose LKW-Kolonne rollt über die staubigen Pisten der Plantage des Papierkonzerns Asia Pulp & Paper (APP), einem der größten Papierproduzenten der Welt. Ein Laster nach dem anderen transportiert den in zwei Meter lange Stücke zersägten Regenwald der Provinz Jambi auf Sumatra ab. Auf einer 75 Kilometer langen Privatpiste, die nur an paar Stellen öffentliche Straßen kreuzt, fahren die Holztransporter verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit zu ihrem Ziel: der Papierfabrik Lontar Papyrus, einem Unternehmen der APP-Gruppe.

APP, dem Kritiker illegale Holzeinschläge in Indonesien, Kambodscha und China vorwerfen, ist – so scheint es – unersättlich. Auf 700.000 Hektar, der Hälfte der wirtschaftlichen Produktionsfläche in Jambi, hat der Konzern bereits alten Regenwald durch Monokulturen ersetzt. Wo einst ein mit großer Artenvielfalt gesegneter Dschungel wuchs, stehen heute Monokulturen aus Ölpalmen, Eukalyptus und Akazien – Letztere gehören zu den bei Papierproduzenten beliebten Holzarten, weil sie schnell wachsen und bald für die Produktion gefällt werden können.

Einer der letzten Reste des verbliebenen Tieflandregenwaldes der indonesischen Insel befindet sich ebenfalls in Jambi im Umfeld des Nationalparks Bukit Tigapuluh. "90 Prozent der Regenwälder Sumatras sind bereits abgeholzt worden", sagt Didy Wurjanto. Wurjanto ist ein so engagierter Umweltschützer, dass er kürzlich von Jambis Provinzregierung vom Leiter der Forstbehörde zum Vorsitzenden des Amtes für Tourismus und Kultur degradiert wurde.

Immerhin: Anfang November erfuhr er Verstärkung durch den "Inglorious Basterds"-Star Melanie Laurent, die auf einer von der Umwetlschutzorganisation Greenpeace organisierten Tour zum Orang-Utan-Auswilderungszentrum der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) am Rande des Nationalparks fuhr, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen.