Die Erde bebt, Gestein bricht, und aus den Spalten quillt glühend orange-farbene Lava. Unaufhaltsam gräbt sie sich durch schwarzes, starres Gestein und strömt den Hang hinab – die Erde steht in Flammen. Der süddeutsche Fotograf Bernhard Edmaier macht dem Betrachter seines Bildbandes Earth on Fire – How Vulcanoes shape our planet bereits beim ersten Anblick klar, dass es hier um mehr als schöne Fotografie geht: Die Risse im Lavasee erinnern stark an die Plattentektonik unseres Planeten.

Edmaier hat es sich gemeinsam mit der Wissenschaftsjournalistin Angelika Jung-Hüttl zum Ziel gesetzt, Vulkane in atemberaubenden Bildern festzuhalten und zugleich, so heißt es im Klappentext, die Schlüsselinformationen der Vulkanologie zu vermitteln.

Jedes Mal, wenn ein Vulkan ausbricht, werden wir heftig daran erinnert, dass wir auf einem Feuerball leben
Angelika Jung-Hüttl, Geologin

Die Voraussetzung dafür sind gut: Seit mehr als 20 Jahren reist die Geologin Jung-Hüttl um die Welt, um Naturphänomene, darunter vor allem Vulkane, zu dokumentieren. Ihr fundiertes Wissen schlägt sich in einer klaren und anschaulichen Sprache bereits auf den ersten Seiten nieder.

"Jedes Mal, wenn ein Vulkan ausbricht, werden wir heftig daran erinnert, dass wir auf einem Feuerball leben", schreibt sie in ihrer Einleitung. Was folgt, ist eine bestechende Zusammenfassung der relevanten Zahlen und Fakten über die Geothermie der Erde.

So hat sich der "Blaue Planet" auf den ersten Blick zwar dem Element des Wassers verschrieben, auf den zweiten jedoch auch dem des Feuers. Der Erdkern ist mit seinen 5000 Grad Celsius so heiß wie die Oberfläche der Sonne, in 1000 Kilometern Tiefe lassen sich 2000 Grad messen, und bereits in 100 Kilometern Tiefe unter der Erdoberfläche herrschen Temperaturen zwischen 800 und 1200 Grad vor. Bei diesen Temperaturen schmilzt Gestein.

Aufgrund des hohen Drucks im Inneren der Erde ist dieses jedoch bei Weitem nicht so flüssig wie das Magma, das aus einem Vulkan sprudelt. Vielmehr sind 99 Prozent des Erdmantels solides Gestein. Nichtsdestotrotz ist es nicht hart und spröde wie die Erdkruste, sondern flexibel. Es ist in ständiger Bewegung und strömt nach den Gesetzen der Thermodynamik von kalt nach warm.