Wer ein Spinnennetz mit einem lässigen Handstreich hinwegfegt, kann es kaum glauben: Ein Spinnfaden mit der Querschnittsfläche eines Centstückes könnte mehrere Kleinwagen tragen, denn der Naturstoff ist ebenso reißfest wie Stahl. Dass sich ein Spinnennetz so leicht zerstören lässt, liegt nur an der Zartheit seiner Fäden: Nur einige tausendstel Millimeter messen die Fasern – ein menschliches Haar ist etwa zehnmal dicker.

Was die Spinnenseide für Materialforscher attraktiv macht, ist die Kombination aus Reißfestigkeit und geringem Gewicht. Der Naturstoff ist viel leichter als Stahl, leistet also bezogen auf sein Gewicht deutlich mehr als der Werkstoff. Materialforscher um Mato Knez vom Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle an der Saale setzen jetzt noch eins drauf: Indem sie Metallatome in natürliche Spinnfäden einlagerten, haben sie deren Zugfestigkeit verdreifacht.