Es ist eine ganze Liste von Tieren, die ab heute im Mittelpunkt der Artenschutzkonferenz im arabischen Emirat Qatar stehen. Tiger, Thunfische, Haie, Korallen, Eisbären und Elefanten sind jedoch nicht die einzigen, um die es in Doha vom 13. bis 25. März gehen wird. Die 175 Unterzeichnerstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites werden dort darum streiten, welche Tier- und Pflanzenarten stärker geschützt werden sollen.

Doch nicht nur das Wohl der Arten wird diskutiert, vielmehr vertreten viele Teilnehmer der Konferenz auch direkte wirtschaftliche Interessen. Das gilt vor allem in der Debatte um den Schutz von Thunfischen oder Haien. Hier stehen jene Staaten, die mit der Fischerei dieser Tiere viel Geld verdienen, anderen Ländern gegenüber, die ein Handelsverbot für diese Fische erreichen wollen.

In Europa und den USA sind viele Haiarten gefährdet

"Wir sehen, dass die Fischbestände weltweit bedroht sind. 75 Prozent sind in einer ungünstigen Erhaltungssituation", erläutert der Referatsleiter Artenschutz im Bundesumweltministerium, Gerhard Adams. "In vielen Ecken der Welt gibt es überhaupt kein Fischereimanagement, in anderen ein schlecht funktionierendes, und dazu kommt noch die illegale Fischerei. Der Bedarf an Meeresfischen nimmt dagegen weiterhin zu." Deutschland nimmt in Doha einen neuen Anlauf, um den Dorn- und Heringshai besser zu schützen. Diese kommen auch in deutschen Gewässern vor und landen als Schillerlocke, Fish and Chips oder Hai-Steak auf den Tellern. Nach dem Willen Deutschlands sollen diese Haie nur aus Beständen gefangen werden, die dadurch nicht zerstört werden. Gleiches beantragten die USA für sechs weitere Haiarten.

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Allein in der EU sind nach Angaben der Europäischen Kommission rund ein Drittel der Haiarten wegen Überfischung bedroht. Grund sei vor allem eine starke Nachfrage nach Haiflossen auf dem asiatischen Markt. "Insbesondere Spanien spielt eine große Rolle für den Haifischflossenfang", kritisiert Ralf Sonntag vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW). "Jetzt werden die Weichen gestellt, wie sich die Ökosysteme im Meer entwickeln", betont Sonntag. Wegen der begehrten Flossen seien viele Haiarten in den vergangenen 50 bis 60 Jahren um 70 bis 80 Prozent reduziert worden. 74 der rund 400 beschriebenen Haiarten seien auf der Roten Liste bedrohter Tiere.

Die EU will den Handel mit Rotem Thunfisch stoppen – allerdings nicht sofort

Was den Schutz des Roten Thunfischs angeht, einigte sich die EU kurz vor Beginn der Artenschutzkonferenz auf eine einheitliche Linie: Sie will für ein internationales Handelsverbot stimmen, das allerdings frühestens ab Mai 2011 in Kraft treten soll. Der rote Thunfisch wird vor allem im Mittelmeer gefangen, gemästet und tonnenweise nach Japan exportiert, um dort zu Sushi verarbeitet zu werden. In diesem Jahr wird die Jagd auf die in den letzten Jahren stark dezimierten Bestände im Mittelmeer also in vollem Umfang weitergehen.