Die Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites haben den Schutz der afrikanischen Elefanten gestärkt. Die Runde in Doha lehnte Initiativen von Tansania und Sambia ab, das Moratorium zum Verkauf von Elfenbein zu lockern. Es ist der einzige der wichtigen Anträge, der auf der Artenschutzkonferenz im Emirat Qatar die erforderliche Mehrheit bekommen hat.

Die beiden afrikanischen Länder wollten auf einen Schlag insgesamt mehr als 100 Tonnen Elfenbein auf "legalem" Weg verkaufen. Tansania hatte versichert, das dadurch verdiente Geld in den Schutz seiner Elefanten zu investieren, die Annahme der Anträge scheiterte aber an der nötigen Zweidrittelmehrheit.

Die Cites-Vertragsstaaten lehnten außerdem einen Antrag Tansanias ab, die Dickhäuter aus dem Anhang I, der den internationalen Handel mit Elfenbein untersagt, in den Anhang II zu verschieben. Dadurch wäre der Handel eingeschränkt möglich gewesen.

Auch Sambia hatte einen solchen Antrag stellen wollen, zog ihn aber am Montag zurück. Der afrikanische Elefant steht seit 1989 im Anhang I des Artenschutzabkommens. Im Jahr 2007 beschloss die Cites-Runde ein neunjähriges Moratorium für den Handel mit Elfenbein – dieses wollten Tansania und Sambia nun umgehen.

"Besonders die Ablehnung des Antrags von Tansania ist von entscheidender Bedeutung", sagt Volker Homes, der für die Umweltschutzorganisation WWF an der Konferenz teilnimmt. Laut einer Pressemitteilung begründet der WWF dies damit, dass sich die staatlichen Schutzmaßnahmen für die Elefantenpopulation gerade in Tansania in den vergangenen Jahren konstant verschlechtert hätten. Für fast die Hälfte des registrierten, staatlichen Lagerbestandes an Elfenbein gäbe es keinen gesicherten Herkunftsnachweis, heißt es weiter.

Auch der Internationale Tierschutz-Fonds sprach von einem "großen Sieg" für die Elefanten. Tansania und Sambia hätten mit ihren Anträgen dem Handel mit Elfenbein "die Tür öffnen" wollen. Dies sei aber verhindert worden. Die Organisation Pro Wildlife, die ebenfalls an der Konferenz in Qatar teilnahm, begrüßte die Entscheidung "zugunsten der grauen Riesen". Gleichzeitig warnte die Tierschutzorganisation vor einer Zunahme der Wilderei. Pro Wildlife schätzt, dass im vergangenen Jahr rund 38.000 Elefanten getötet worden seien, um den vor allem in Asien florierenden Schwarzmarkt mit Elfenbein zu versorgen.

Am Donnerstag hatten es die Vertragsstaaten abgelehnt, den internationalen Handel mit Eisbären, Fellen und anderen Jagdtrophäen zu verbieten. Auch bleibt der Handel mit Rotem Thunfisch erlaubt. Die Konferenz in Doha dauert noch bis zum 25. März an.