"Klimawissenschaft im Kreuzverhör" – so lautete der vielversprechende Titel einer Podiumsdiskussion, die gestern in der Hamburger Universität stattfand. Fünf führende deutsche Klimaforscher luden ein, um die Frage zu diskutieren, wie man das Vertrauen der Öffentlichkeit nach "Climategate" und "Gletscherfehler" zurückgewinnen könnte.

Von einem Kreuzverhör konnte aber nicht die Rede sein, stellte die Fragen doch nicht etwa ein Frank Plasberg, sondern die Pressesprecherin des Hamburger Klima Campus, einem Zusammenschluss norddeutscher Klimawissenschaftler, dem alle Podiumsteilnehmer angehören.

Gleich zu Beginn ließ sie das Publikum abstimmen, ob Irren nicht menschlich sei, und man einen Fehler in einem 3000 Seiten starken Dokument entschuldigen könnte. Das Publikum erwies sich als gnädig und stimmte mit großer Mehrheit für die Entschuldigung. Und so wurde die Veranstaltung auch zu einem Lehrstück misslungener Wissenschaftskommunikation.

Anlass für eine Diskussion gibt es jedenfalls genug, seit in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik an dem einst hoch geschätzten Weltklimarat IPCC laut wurde. Kurz vor der Klimakonferenz in Kopenhagen wurden die E-Mails eines britischen Klimaforsches gehackt, die den Eindruck vermitteln, dass Klima-Daten geschönt wurden. Im Januar kam heraus, dass im Klimareport des IPCC falsche Angaben zum Abschmelzen der Himalaja-Gletscher gemacht wurden. Und zuletzt schienen auch Aussagen zu Afrikas künftiger Landwirtschaft auf dubiosen Quellen zu beruhen.

Handelt es sich bei diesen angeblichen Einzelfällen um gezielte Manipulation, um ein politisches Ziel – den Klimawandel aufzuhalten – zu erreichen? Ist der Weltklimarat unter diesen Umständen noch glaubwürdig oder müsste er nicht grundlegend reformiert werden?