Selbst mitten in der Griechenlandkrise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht vergessen, wie dringlich die Klimakrise ist. So möchte ihr Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) Merkels Rede zur Eröffnung des Petersberger Klimadialogs in der Nähe von Bonn gern verstanden wissen. Gemeinsam mit Felipe Calderón, dem mexikanischen Präsidenten, der Gastgeber des nächsten Klimagipfels der Vereinten Nationen Ende des Jahres sein wird, hat Merkel am Sonntagabend Gespräche eröffnet, die vor allem einem dienen sollen: der Vertrauensbildung zwischen Entwicklungs- und Industriestaaten.

Die Kanzlerin hatte zwar keinen großen Scheck dabei, der die Vertrauensbildung hätte befördern können. Sie kündigte lediglich an, dass Deutschland dem Anpassungsfonds demnächst zehn Millionen Euro zur Verfügung stellen wolle. Doch Merkel sprach mit Blick auf die bis 2050 auf rund neun Milliarden anwachsende Weltbevölkerung von einem "Recht auf Wohlstand für jeden". Entwicklungsländer haben bisher lediglich ein "Recht auf Entwicklung" eingefordert. Darüber geht sie mit ihrer Vision weit hinaus.

Allerdings schränkte sie ein, das sei nur möglich, wenn die Ressourcen der Welt viel effizienter genutzt würden als bisher. Sie bekannte sich zum Prinzip der gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung für den Klimaschutz. "Das wird auch so bleiben." Zugleich stellte sie aber klar, dass die Industriestaaten allein das Problem nicht mehr lösen könnten.

Calderón wurde an diesem Punkt deutlicher. "Es ist nicht nur eine differenzierte, sondern vor allem eine gemeinsame Verantwortung", sagte er. Denn die Ärmsten hätten die schwerwiegendsten Folgen der globalen Erwärmung zu tragen. "Jeder muss das beste nach seinen Möglichkeiten leisten", verlangte Calderón. Und "auch Entwicklungsländer müssen Verantwortung übernehmen".