Offenbar ist eine Reihe deutscher Johannisbeeren mit illegalen Pestiziden belastet. Das teilt die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit, die Beeren aus vier deutschen Handelsketten untersucht hatte. Das Obst, das Anfang Juli verkauft wurde, stammte aus deutscher Produktion. Die Beeren enthielten die Agrargifte Dodin und Difenoconazol. Beide Substanzen besäßen keine Zulassung für den deutschen Johannisbeeranbau.

Insgesamt wies Greenpeace "Cocktails von bis zu neun verschiedenen Pestiziden" nach, berichtetet die Organisation.

Greenpeace hatte in mehreren Städten insgesamt 31 Proben von Johannisbeeren und Himbeeren gekauft, und zwar bei den Supermarktketten Aldi Süd, Edeka, dem Einzelhandelskonzern Metro mit seiner Supermarkttochter Real sowie bei Rewe mit seiner Discounttochter Penny. Alle 13 konventionellen Johannisbeerproben stammten aus deutschem Obstanbau, überwiegend aus Baden-Württemberg. Das Obst sei von einem anerkannten Speziallabor untersucht worden.

Im Test untersuchte Himbeeren seien hingegen häufiger rückstandfrei gewesen, teilte Greenpeace mit. Im Schnitt seien die Himbeeren mit zwei verschiedenen Schutzmitteln belastet gewesen, jeweils unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. 29 Prozent der Himbeeren seien sogar komplett ohne Rückstände gewesen.

Bei den Untersuchungen im Jahr 2006 seien nur drei Pestizide pro Probe festgestellt worden. Bio-Produkte waren im Test rückstandsfrei.

Bei Obst und Gemüse sei bereits seit einigen Jahren ein "Trend zum Pestizid-Mischungen" feststellbar, teilte Greenpeace mit. Die Produzenten versuchten durch die Cocktails, die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Pestizidarten einzuhalten, indem sie mehrere der Pflanzenschutzmittel kombiniert einsetzten. So sei bei den Johannisbeeren vor allem die Mehrfachbelastung gesundheitsgefährdend, sagte ein Sprecher.

Einige der nachgewiesenen Substanzen könnten nervengiftig oder krebserregend wirken sowie den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen. Daher fordert die Organisation, zum besseren Schutz der Verbraucher und der Umwelt auch Grenzwerte für Mehrfachrückstände festzulegen .