Der britische Ölkonzern BP bereitet sich auf ein Doppelmanöver vor, mit dem das Ölleck im Meeresboden ein für alle Mal geschlossen werden soll. Spätestens am Dienstagmorgen amerikanischer Zeit will BP damit beginnen, das Bohrloch mit Schlamm und Zement zu versiegeln – zunächst von oben, dann von unten.

BP und die US-Regierung zeigten sich optimistisch, dass die Operation gelingt. Dennoch gebe es keinen Grund für voreiligen Optimismus. "Wir sollten noch keinen Nachruf auf dieses Ereignis (das Ölleck) schreiben", sagte der Einsatzleiter der Regierung, Thad Allen. BP-Manager Doug Suttles sagte: "Wir sind gut vorbereitet. Ich habe großes Vertrauen, dass wir erfolgreich sein werden."

Zu Beginn der Operation Static Kill wollen BP-Ingenieure schweren Schlamm durch den Deckel pumpen, mit dem der Ölkonzern das Bohrloch provisorisch abgedichtet hatte. Öl und Gas sollen so zurück in das Reservoir gezwungen werden, aus dem sie nach oben drängen. Wenn der Druck im Bohrloch stabil bleibt, soll es mit Zement versiegelt werden.

Nach Angaben von BP wird schon nach mehreren Stunden abzusehen sein, ob das voraussichtlich zweitägige Manöver funktioniert hat. Wenn der erste Teil der Operation Static Kill gelingen sollte, wäre der geplante zweite Teil theoretisch gar nicht mehr nötig, da die Quelle schon versiegelt ist. Aber BP wolle doppelt und dreifach sicher gehen. "Es ist so, ob man eine Leiche zwickt, um sicher zu gehen, ob die Person wirklich tot ist", erläuterte ein Experte.

Fünf bis sieben Tage nach Beginn der ersten Phase will BP mit der zweiten beginnen. Durch einen Nebenzugang, an dem seit Mai gebohrt wurde, sollen wiederum Schlamm und Zement ins Bohrloch gepumpt werden – dieses Mal mehr als fünf Kilometer tief im Meeresboden.