Gekennzeichnet war die Ladung als zu recycelnder Polyethylen-Kunststoff, tatsächlich aber handelte es um 22 Tonnen Hausabfälle. Angaben des staatlichen Umweltinstitutes Ibama zufolge kam der Müll bereits in der vergangenen Woche mit einem Schiff der chinesischen Hanjin Shipping im Bundesstaat Rio Grande do Sul an. Exporteur ist demnach das Hongkonger Unternehmen Dashan. In den Ladepapieren stehe, dass das Material aus Tschechien stamme und für die brasilianische Firma Recoplast bestimmt sei. Nach dem Recycling sollte der Kunststoff verkauft werden. 

Ibama-Präsident Abelardo Bayma sagte, die Verschiffung des Mülls verstoße gegen die Baseler Konvention von 1989, die Kontrollmechanismen für den Transport gefährlicher Abfälle vorsehe. "Der Verstoß gegen internationale Abkommen ist ein Affront gegen die Unterzeichnerstaaten und in diesem Fall eine Missachtung Brasiliens und der brasilianischen Gesellschaft." Tatsächlich zählt Haushaltsmüll laut der Vereinbarung zur Gruppe von Abfällen, "die besonderer Prüfung bedürfen".

Die brasilianischen Behörden setzten eine Frist von zehn Tagen für den Rücktransport des Abfalls nach Deutschland. Bereits im vergangenen Sommer hatten sie knapp 1500 Tonnen illegal eingeführten Haushaltsmülls aus Großbritannien beschlagnahmt, darunter Spritzen, Kondome und Windeln sowie Batterien, Essensreste und Kleidung. Auch damals war der Müll falsch als Plastik deklariert gewesen, das in dem südamerikanischen Land hätte recycelt werden sollen.