Als Fleischfresser ist Tyrannosaurus rex mit seinem mächtigen Schädel und den riesigen Zähne berüchtigt. Allerdings scheint der Appetit auf Fleisch unter seinen Verwandten eher eine Ausnahme gewesen zu sein, als die Regel. Die meisten Coelurosaurier (Hohlschwanz-Echsen), aus denen sich alle heutigen Vögel entwickelt haben, bevorzugten pflanzliche Nahrung, berichten US-Forscher im Magazin PNAS der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Coelurosaurier sind eine Untergruppe der Theropoden, die gemeinhin als Räuber gelten. Theropoden umfassten zweibeinig laufende Saurierarten, die zwei bis 15 Meter lang wurden. Bei vielen Coelurosaurier-Arten ließen Knochen- und Zahnfunde allerdings keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Ernährung zu. Lindsay Zanno und Peter Makovicky vom Field Museum in Chicago versuchten deshalb über einen Umweg, etwas über die Diät der Saurier herauszufinden. Die Forscher trugen für fast 100 Coelurosaurier-Arten alles zusammen, was sie über deren Ernährung wussten.

Tatsächlich fanden die Wissenschaftler mehr als 20 Merkmale, die mit einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung einherzugehen schienen, etwa einen zahnlosen Schnabel oder ein längeren Hals. Das Ergebnis: Eine vorwiegend vegetarische Ernährung scheint unter den Hohlschwanz-Echsen weit verbreitet gewesen zu sein. Reine Fleischfresser wie Tyrannosaurus oder Velociraptor gab es selten, schreiben die Wissenschaftler. Möglicherweise haben sich diese ausgewiesenen Jäger sogar sekundär aus einem allesfressenden Vorfahren entwickelt.

Die Wissenschaftler untersuchten, ob einzelne Arten der Coelurosaurier auf ähnliche Weise zum Vegetarier wurden. Sie fanden, dass die Saurier im Laufe der Zeit zuerst ihre scharfen Reißzähne verloren und stattdessen andere Zahnformen entwickelten, etwa keil- oder zapfenförmige. Schließlich verloren sie auch diese Zähne und entwickelten einen zahnlosen Schnabel, ähnlich dem der heutigen Vögel. Coelurosaurier waren in der Kreidezeit vor rund 145 bis vor 65 Millionen Jahren eine extrem erfolgreiche Gruppe von Sauriern, schreiben die Forscher. Möglicherweise habe die Fähigkeit, Pflanzen zu verdauen, zu der großen Artenvielfalt beigetragen.