Mehr als ein Viertel der bisher im Zusammenhang mit den Dioxin-Funden getesteten Eier ist mit dem Gift belastet. Von 83 Proben lägen 23 oberhalb des Höchstwertes, sagte der Leiter für Lebensmittelsicherheit im Bundesverbraucherministerium, Bernhard Kühnle. Zudem wurde Schweinefleisch getestet. Unter 33 Proben hätte eine den Dioxin-Grenzwert überschritten.

Kühnle sagte zudem, dass dioxinverdächtiges Schweinefleisch aus Sachsen-Anhalt auch ins Ausland gelangt sei. "Das Fleisch ist auch nach Tschechien und Polen gegangen." Es gebe aber keine Chargen mehr, die zurückgeholt werden könnten. "Es gibt auch keine Messergebnisse für dieses Fleisch. Deshalb kann man nicht kalkulieren, ob es überhaupt belastet war."

180 mit belastetem Futter gefütterte Schweine, die im Dezember von Niedersachsen nach Sachsen-Anhalt geliefert wurden, sind inzwischen verarbeitet und wohl auch verzehrt.

Verbraucherministerin Ilse Aigner hatte in Berlin einen Zehn-Punkte-Plan vorgestellt, mit dem sie die Regeln für Futtermittelproduktion verschärfen will.

Wegen der erhöhten Dioxin-Werte in Geflügelprodukten und Schweinefleisch befürwortet eine große Mehrheit der Deutschen strengere Gesetze und Kontrollen bei Lebensmitteln. Im ZDF-Politbarometer sprachen sich 84 Prozent der Bundesbürger für mehr Strenge aus. Für lediglich 15 Prozent sei dies nicht nötig.

Allerdings glauben nur 43 Prozent, dass es tatsächlich zu einer Verschärfung der Regelungen kommen wird. Eine Mehrheit von 55 Prozent bezweifelt das.

Eine Gefahr für die eigene Gesundheit wegen dioxinverseuchter Produkte sehen 46 Prozent der Deutschen, 52 Prozent sehen keine Beeinträchtigung. 79 Prozent wären bereit, für bessere Lebensmittel auch einen höheren Preis zu bezahlen. Nur 19 Prozent lehnen dies ab.