Climate Gate und die Fehler im Bericht des Weltklimarates IPCC hätten gezeigt, dass es sich bei den Warnungen vor dem Klimawandel um eine weltweite Verschwörung handelt. Skeptiker gibt es viele. Wie könnten die alle irren? Wer diese Ansichten teilt, muss sich zumindest keine weiteren Gedanken um das Einsparen von Treibhausgasen, alternative Energien oder ein Umdenken im Konsum machen. Doch so einfach ist es nicht.

Auch wenn die Faktenlage trotz teils widersprüchlicher Studien erdrückend ist und kein ernsthafter Wissenschaftler weltweit daran zweifelt: Viele Bürger und Lobbygruppen wollen den menschengemachten Anteil am messbaren Klimawandel nicht wahrhaben. Sie meinen,

Der Weltklimarat kämpft seither mit Maßnahmen für mehr Transparenz und einer besseren Kommunikation darum, die Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen. Die Wissenschaftler arbeiten unterdessen weiter. Sie versuchen, mit unterschiedlichen Methoden – von der Analyse von Jahrtausende alten Eisbohrkernen über die Messung der Gletscherschmelze bis hin zur Simulation von Klimamodellen am Computer – die Puzzleteile zusammenzutragen, um sich ein Bild davon machen zu können, wie sich das Klima mit der Zeit verändert. Dabei finden sie auch immer neue Belege dafür, dass der Mensch großen Anteil an der ungewöhnlich starken globalen Erwärmung hat, die seit der Industrialisierung zu beobachten ist.

Nun haben etwa Forscher vom  Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, IFM-GEOMAR , die Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland untersucht – dort wo einer der nördlichen Ausläufer des Golfstroms fließt, der Norwegenstrom. Für ihre Analysen verwendeten sie Proben, die auf einer Exkursion durch die Meerenge gewonnen wurden. Das Ergebnis: Seit 2000 Jahren war das Wasser zwischen Grönland und Spitzbergen nicht mehr so warm wie heute. Die Forschungsergebnisse aus dem europäischen Nordmeer veröffentlichte das Team von Paläoozeanographen um Robert Spielhagen im Wissenschaftsmagazin Science .

"Der jüngste Temperaturanstieg um etwa zwei Grad Celsius in den vergangenen 120 Jahren ist beispiellos im untersuchten Zeitraum", erläutert Robert Spielhagen. Außerdem fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und der Erwärmung in der Framstraße: Der Beginn des Temperaturanstiegs fällt just mit der einsetzenden Industrialisierung zusammen.

In den vergangenen Jahren hatte es widersprüchliche Meldungen zur klimatischen Rolle des Golfstroms gegeben. Teilweise fürchteten Wissenschaftler, die "Warmwasserheizung Europas" könnte versiegen.

Die jetzt veröffentlichten Daten stammen aus einem Gebiet, in dem sich nahezu der gesamte Wassermassenaustausch des Arktischen Ozeans mit dem Weltmeer vollzieht. Auf engem Raum begegnen sich zwischen Grönland und Spitzbergen zwei grundverschiedene Wassermassen: Im Osten der Framstraße transportiert der Norwegenstrom warme und salzreiche Atlantik-Wassermassen von Süden her in den Arktischen Ozean und im Westen fließen die kalten und salzarmen Wassermassen des Ostgrönlandstroms aus der Arktis nach Süden ab. Ein diffiziles Meeresgebiet, dessen Strömungen sich gegenseitig und die Umweltveränderungen in der Arktis beeinflussen.