Die Tierschutzorganisation Sea Sherperd hat es geschafft, die japanische Walfangflotte zum vorzeitigen Abbruch der Jagd zu zwingen. Fischereiminister Michihiko Kano sagte, die Schiffe würden zurückgerufen, "um die Sicherheit der Besatzung sicherzustellen angesichts der anhaltenden Belästigung durch die Tierschutzgruppe Sea Shepherd". Normalerweise dauert die Walfangsaison bis Mitte März.

Kano beklagte, dass das Fabrikschiff Nisshin Maru seit Monaten von der US-Aktivistengruppe bedrängt und selbst nach der Unterbrechung des Einsatzes vergangene Woche verfolgt worden sei.

Der Gründer von Sea Shepherd, Paul Watson, nannte den vorzeitigen Abbruch des Einsatzes eine "großartige Nachricht". Er kündigte an, dass die Aktivisten die japanischen Walfänger weiter begleiten würden, bis diese das Walschutzgebiet in der Antarktis verlassen hätten. Seine Organisation sei über die Jahre immer stärker geworden, sodass es nun möglich sei, die Walfänger physisch an der Jagd zu hindern.

Sea Shepherd habe drei Boote und einen neuen Helikopter vor Ort gehabt, sagte Watson. "Und wenn sie nächstes Jahr wiederkommen, werden wir noch stärker sein und besser ausgerüstet, um sie noch effizienter aufzuhalten", sagte der Aktivist, dessen Gruppe von Hollywood-Schauspielern wie Sean Penn und Pierce Brosnan unterstützt wird. Watson zeigte sich hoffnungsvoll, dass es der Gruppe gelingen könne, die japanischen Walfänger, die von Jahr zu Jahr schwächer geworden seien, ganz an der Jagd zu hindern.

Vergangenes Jahr hatte Sea Shepherd ihr futuristisches Schnellboot Ady Gil bei einem Zusammenstoß mit einem japanischen Walfänger verloren. Der Kapitän des Trimarans, das bei dem Zusammenstoß zerbrach und sank, wurde in Japan zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er anschließend ein japanisches Schiff geentert hatte. Dank neuer Spenden konnten die Aktivisten ihr zerstörtes Schiff jedoch in diesem Jahr durch ein noch größeres, schnelleres und wendigeres Schiff ersetzen.

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt allerdings die Möglichkeit, die Meeressäuger zu Forschungszwecken zu töten, und verhehlt dabei nicht, dass das Walfleisch verzehrt wird. Der Staat vertritt die Ansicht, dass der Walfang eine jahrhundertealte Tradition sei, die fortgesetzt werden müsse. Australien reichte vergangenes Jahr beim Internationalen Gerichtshof Klage ein, um auch die Jagd für Forschungszwecke zu verbieten.