Bei einem schweren Erdbeben im Südosten Spaniens sind Angaben der Regierung mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Behörden hatten die Zahl zuletzt von zehn nach unten korrigiert. Die Erde bebte nahe der Stadt Lorca in der Region Murcia mit einer Stärke von 5,3 im Epizentrum. Die Gesamtzahl der Toten könnte sich noch deutlich erhöhen, teilte das spanische Innenministerium mit.

Ministerpräsident José Zapatero entsandte umgehend eine Spezialeinheit der Armee ins Erdbebengebiet. Gleichzeitig hat die Suche nach weiteren Opfern in der Kleinstadt mit 90.000 Einwohnern schon begonnen. "Wir versuchen herauszufinden, ob noch Menschen in den eingestürzten Häusern sind", sagte der Bürgermeister Lorcas, Francisco Jodar, im spanischen Rundfunk.

Nach Angaben des spanischen seismologischen Dienstes hatte es die ersten, noch schwachen Erdstöße mit einer Stärke von 4,4 um 17.05 Uhr gegeben. Ihnen folgte um 18.47 Uhr das heftigere Beben.

Behörden teilten mit, in der Stadt seien mehrere Häuser zerstört worden, genaue Angaben gab es zunächst nicht. Offenbar mussten einige Gebäude geräumt werden, darunter ein Krankenhaus und ein Altenheim. "In allen Teilen der Stadt hat es Schäden gegeben", sagte Jodar im spanischen Fernsehen. So stürzte beispielsweise, nachdem sich Einwohner in Panik auf der Straße versammelt hatten, vor laufender Kamera ein Glockenturm ein. Zudem ist laut einem Bericht der Zeitung El País ein Autobahntunnel nahe Lorcas eingestürzt. 

Experten zufolge hat das Erdbeben große Schäden angerichtet, weil das Epizentrum nicht tief unter der Erde, sondern relativ nahe an der Oberfläche gelegen habe. Sogar in der rund 50 Kilometer von Lorca entfernten Regionalhauptstadt Murcia waren Erdstöße zu spüren gewesen. In der gleichnamigen Region wohnen insgesamt rund 1,4 Millionen Menschen.

Generell sind schwere Erdbeben in Spanien relativ selten. Das Beben gilt als das verheerendste in Spanien seit mehr als fünfzig Jahren. Zuletzt hatte Mitte April ein Erdbeben der Stärke 6,2 den Süden Spaniens erschüttert. Opfer gab es damals keine.