Der Kraftwerksbetreiber Tepco hat die Doppeltüren zwischen dem stark beschädigten Reaktorgebäude 1 und einem angrenzenden Turbinenhaus geöffnet. Noch in der Nacht zu Montag sollen Arbeiter den Block der japanischen Atomanlage Fukushima-1 betreten, um die Strahlung dort zu messen. Am Donnerstag hatten Techniker bereits Belüftungsrohre mit einem Filtersystem verbunden, um radioaktive Stoffe aus dem Reaktorgebäude zu filtern. Daraufhin sei die Radioaktivität gesunken, sodass Tepco nach Absprache mit der japanischen Regierung entschied, die Türen zu öffnen.

Es sei zwar möglich, dass nun zusätzliche Strahlung in die Umgebung entweiche. Die Nuklearexperten an der Anlage schätzen jedoch, dass sich nur auf dem Werksgelände die Radioaktivitätswerte leicht erhöhen könnten. Derzeit sind etwa 800 Techniker und Ingenieure im havarierten Atomkraftwerk im Einsatz. Sie wechseln sich in Schichten ab.

Die Arbeiter versuchen, die beschädigten Reaktorkerne und Abklingbecken kontinuierlich mit Wasser von außen zu kühlen. Langfristig versuchen sie den strombetriebenen Kühlkreislauf der gesamten Anlage wiederherzustellen. Dazu müssen sie auch in das Untergeschoss der Reaktorgebäude, um Leitungen zu reparieren. Hier sammelt sich seit Wochen radioaktiv kontaminiertes Wasser. Es stammt von den provisorischen Kühlversuchen mit Frischwasser. Derzeit wird es abgepumpt und in Tanks zwischengelagert. Mitte April hatte Tepco einen vorläufigen Zeitplan für die Arbeiten in Fukushima-1 veröffentlicht. Das Unternehmen hofft, die Reaktoren innerhalb von drei Monaten wieder zuverlässig kühlen zu können und in neun Monaten wieder die volle Kontrolle über die Anlage zu haben.

Videoaufnahmen zeigen Arbeiter im ersten Stockwerk des Turbinenhauses von Reaktor 1. Quelle: Tepco