Seit Beginn der Regenzeit hat nicht nur China mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen. Auch auf den Philippinen wurden 23 Kommunen auf der Insel Mindanao überflutet. Eine halbe Million Menschen waren in den vergangenen Tagen vom Hochwasser betroffen. Neben dem Starkregen kam hier noch ein weiteres Problem hinzu: Wasserlilien hatten einen Abschnitt des Rio Grande de Mindanao verstopft und den größten Fluss der Philippinen über die Ufer treten lassen.

Die wuchernden Pflanzen bedeckten eine Fläche von 25 Hektar und bildeten so einen natürlichen Staudamm: Das Wasser konnte nicht mehr in den Golf von Moro abfließen. Teilweise sollen die Lilien bis zu drei Meter dicke Schichten bilden.

Nach Angaben eines Armeesprechers begannen etwa 400 bis 500 Soldaten, die Wasserlilien mit Kettensägen zu zerschneiden. Dabei müssten sie gegen eine starke Strömung und Regenfälle ankämpfen. Zusammen mit Freiwilligen haben sie am vergangenen Wochenende rund ein Fünftel der Pflanzen abgetragen. Auch für diese Woche ist auf der Insel Mindanao Regen angesagt.

Philippinische Medien berichten, dass lokale Behörden auch den Einsatz von Sprengstoff erwogen hatten, um die Verstopfung aus Pflanzen zu lösen. Dies wurde aber aus ökologischen Gründen abgelehnt.

Die Insel Mindanao ist immer wieder von schweren Regenfällen betroffen – vor allem in Jahren, in denen das Phänomen La Niña das globale Wetter beeinflusst. Allerdings ist die La-Niña-Periode 2010/2011 bereits überschritten.