An dem vor Neuseeland havarierten Containerfrachter Rena haben die Vorbereitungen zum Abpumpen des Schweröls begonnen. Wie die neuseeländische Schifffahrtsbehörde MNZ mitteilte, soll ein Spezialtankschiff in der Bay of Plenty die noch etwa 1.500 Tonnen Treibstoff des havarierten Frachters aufnehmen. Um das Schiff zu stabilisieren, sollten zudem die Container abgeladen werden.

Die unter liberianischer Flagge fahrende Rena war am Mittwoch in der Bucht auf ein Riff geprallt. Das Schiff droht auseinanderzubrechen und zu sinken. Es hat 1.700 Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord, ein Teil ist bereits ausgelaufen. Das Schiff sei offenbar "ohne ersichtlichen Grund" auf Grund gelaufen, sagte Premierminister John Key bei einem Besuch an der Unglücksstelle. "Wie wollen wissen warum", sagte er vor Journalisten. Weil Meteorologen ab Montag vor einer Verschlechterung des Wetters und heftigem Wind warnen, hat das rasche Abpumpen des Treibstoffs für die Rettungsteams "oberste Priorität". Das teilte auch die griechische Reederei Costamare mit, der der Frachter gehört.

200 Helfer, darunter Spezialisten aus Australien, Großbritannien, den Niederlanden und Singapur, sind bereits an der Unglücksstelle. Erste Versuche, den fünf Kilometer breiten Ölteppich aus der Luft zu bekämpfen und zersetzende Chemikalien aus Flugzeugen zu versprühen, scheiterten jedoch. Die Marine ist mittlerweile ebenfalls in der Bucht angekommen, um die weitere Verschmutzung einzudämmen. Die Soldaten auf den beiden ersten Schiffen waren aber zunächst damit beschäftigt, ihre Geräte zu testen. Nach Armeeangaben stehen zudem 300 weitere Soldaten für einen möglichen Hilfseinsatz auf Abruf bereit.

Die Unglücksstelle befindet sich etwa 22 Kilometer vor der Küste. Bislang sei noch kein Öl an der Küste angekommen, in den kommenden Tagen müsse aber damit gerechnet werden.

In der von der Havarie betroffenen Bucht leben unter anderem Wale, Delfine, Pinguine und Seehunde. Sie ist eine der Touristenattraktionen des Landes. Zahlreiche Seevögel sind durch das Öl bereits verendet. Tierschützer haben bislang sechs Zwergpinguine und zwei Vögel, die mit ölverschmiertem Gefieder an Stränden und auf den Inseln der Bay of Plenty gefunden wurden, in Rettungsstationen versorgt.