Dieses kleine, räudige Schweinchen (lateinisch: Porcellio Scaber , deutsch: Kellerassel) ist ein wahrer Kosmopolit . Lebt es doch, abgesehen von der Antarktis, auf allen Kontinenten der Erde. Zum Glück. Zwar ist die Kellerassel dabei weder ansehnlich noch besonders appetitlich, dafür aber ungemein nützlich. Im allumfassenden Stoffkreislauf machen die Krebstiere die Drecksarbeit. Unermüdlich durchwühlen Heerscharen von ihnen die oberen Bodenschichten. Auf einem Areal von einem Quadratmeter Fläche und 30 Zentimeter Tiefe leben 50 bis 200 Exemplare .

Als Destruenten verarbeiten sie dort die abgestorbenen Rückstände von Pflanzen und Pflanzenfressern. Das klingt nach Arbeit für die (Bio-)Tonne, ist aber ein wichtiger Beitrag. Dank der Kellerassel werden die Nährstoffe, die Pflanzen und Pflanzenfresser vorher aufgenommen hatten, wieder dem Ökosystem zugeführt .

Nichts lassen sie dabei verkommen. Die Tiere fressen sogar ihren eigenen Kot, damit auch ja kein Nährstoff vergeudet wird. Wahrscheinlich würden sie auch ihren eigenen Urin trinken, wenn sie denn welchen produzierten . Andere Lebewesen fürchten die Giftigkeit des Ammoniak und wandeln ihn in Urin um. Kellerasseln sind da effektiver: Sie dünsten das Ammoniak-Gas durch ihr Exoskelett aus und sparen sich die Energie, die das Umwandeln kosten würde.

Wer sich fortlaufend mit solch delikaten Angelegenheiten wie Müll und Kot befasst, braucht ein gutes Immunsystem. Das der Kellerassel erkennt und unterscheidet Bakterien, denen es früher schon einmal begegnet ist und fährt entsprechend hoch . Für Menschen ist das völlig normal, für nicht ganz so ausgefeilte Krebstiere hingegen eine echte Besonderheit.

Doch auch das beste Immunsystem kann nichts gegen Fressfeinde ausrichten. Davon hat die Assel viele. In Fachkreisen wird sie als nützliche Diätkost geschätzt . Kröten, Maulwürfe und Co. verzehren sie mit Vergnügen, ist die Assel doch besonders reich an Kalzium. Verglichen mit anderen Krabbeltieren enthält sie bis zu 40-mal mehr Kalzium , das ihren Knochen- oder genauer Exoskelett-Bau stärkt.

Doch nicht nur Kalzium speichern die Tiere besonders gut, auch andere Metalle nehmen sie auf. Je höher deren Konzentration in der Erde ist, desto größer werden die Asseln . Metalle wie Kupfer, Zink, Cadmium, Chrom und Eisen scheinen sie aufzunehmen und in kleinen Fettkügelchen einzulagern . Deswegen macht sich der Mensch die Kellerassel auch zunutze: als Metalldetektor .