Durch eine Serie von Tornados wurden im Mittleren Westen der USA mindestens zwölf Menschen getötet. Die Wirbelstürme wüteten in vier US-Bundesstaaten, Hunderte weitere Opfer wurden nach Behördenangaben verletzt. In der Stadt Harrisburg , die am schwersten getroffen wurde, starben sechs Menschen. Millionenschäden richteten die Stürme auch in Kentucky an.

Meteorologen stuften den Tornado in der Fujita-Skala – benannt nach dem Chicagoer Meteorologen Tetsuya Theodore Fujita – zunächst als einen F4-Tornado ein. Die theoretisch zwölfstufige Skala teilt die Stürme nach der Windgeschwindigkeit und möglichen Schäden ein. Die bisher stärksten verzeichneten Tornados kamen darin auf F5

Während der Sturm über Missouri zog, erreichte er im Endeffekt Windgeschwindigkeiten von knapp 300 Kilometern pro Stunde.

Der Gouverneur von Missouri, Jay Nixon, teilte mit, dass es in seinem Bundesstaat mindestens drei Tote gegeben habe. Auch Stunden nach den Stürmen wurden zahlreiche Menschen vermisst.

Rettungstrupps durchsuchten die Trümmerschneisen, die die Wirbelstürme hinterlassen haben. Mit kleinen Baggern durchpflügten sie Schuttberge von eingestürzten Wohnhäusern und Einkaufszentren. In Harrisburg im US-Bundesstaat Illinois riss ein Tornado die komplette Außenwand eines Krankenhauses weg. "Es hörte sich an wie eine Explosion, als die Fenster und die Wand plötzlich weggerissen wurden", sagte eine Krankenschwester im Fernsehsender CNN .

In Harrisburg hatten sich nach den Stürmen ganze Wohngebiete in Trümmerhalden verwandelt. Dem lokalen Sender KFVS zufolge wurden dort mindestens 300 Häuser beschädigt oder ganz zerstört.

Missouri war zuletzt im Mai 2011 von einem besonders schweren Tornado der Kategorie F5 getroffen worden. 160 Menschen starben in Folge des Sturms , rund 7.000 Häuser wurden zerstört. Am schwersten getroffen wurde damals die Stadt Joplin.

Die aktuell aus den USA gemeldeten Stürme haben inzwischen Kurs auf West Virginia und Tennessee genommen. Dort werden weniger Schäden erwartet als in Missouri, da sich die Wirbelstürme abgeschwächt haben.

Jedes Jahr fegen Hunderte Tornados über die USA – die meisten davon treffen allerdings nicht auf bewohntes Gebiet. Der Eindruck, dass in den letzten Jahren im Durchschnitt häufiger Tornados über die USA fegen, lässt sich wissenschaftlich nicht belegen . Allerdings gibt es – wie etwa 2011 – Jahre mit einer besonders starken Tornado-Saison. Möglicherweise führt der globale Klimawandel dazu, dass sich über dem Atlantik vereinzelt besonders starke Tornados aufbauen. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte dieser Zusammenhang aber bislang nicht.