Die Gasflamme an der havarierten Plattform Elgin in der Nordsee brennt nach Angaben des französischen Energiekonzerns Total nicht mehr. "Wir können bestätigten, dass die Flamme gelöscht wurde", sagte ein Unternehmenssprecher in der schottischen Stadt Aberdeen. Die Flamme sei "wie erwartet" von allein ausgegangen. Dies sei bereits am Freitag beobachtet und am Samstagmorgen bei einem Überflug bestätigt worden.

Die unmittelbare Gefahr einer Explosion ist nun gebannt, da das ausströmende Gas sich an der Flamme nicht mehr entzünden kann. Die Flamme brannte in etwa 100 Meter Entfernung von dem Gasleck. Bei ungünstigen Windbedingungen hätte das Gas zu ihr hinübergeweht werden können, schlimmstenfalls hätte es sich entzünden können.

Mit der Flamme wurden auf der Plattform Gasreste abgefackelt. Seit sechs Tagen tritt unkontrolliert giftiges und explosives Gas aus. Nach Angaben des Unternehmens sind es täglich 200.000 Kubikmeter.

Die Plattform war vor einer Woche nach der Entdeckung eines Lecks evakuiert worden. Total hatte mehrere Möglichkeiten erwogen, die Flamme zu löschen, etwa mit einem Hubschrauber oder mit Löschschiffen.

Energiekonzern bereitet Entlastungsbohrung vor

Die Experten von Total wollten im Laufe des Tages darüber beraten, ob nun das Betreten der Plattform von Menschen verantwortet werden kann. Eine Entscheidung darüber sei noch nicht gefallen, sagte ein Sprecher.

Der französische Energiekonzern bereitet derweil Entlastungsbohrungen vor, um das lecke Gasbohrloch unter der Ölbohrplattform zu schließen. Außerdem kündigte das Unternehmen an, es solle schwerer Schlamm in das Bohrloch gepumpt werden, um den Gasaustritt zu stoppen.

Die EU-Kommission fordert mittlerweile strengere Regeln für die Öl- und Gasförderung. "Der Vorfall bestätigt uns, dass die Sicherheit auf Öl- und Gasplattformen nach wie vor ein kritischer Punkt in Europa ist", sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel . Das gelte selbst für die EU-Länder mit den modernsten Sicherheitsstandards.