Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat den Auslieferungshaftbefehl gegen den Tierschützer Paul Watson wieder in Kraft gesetzt. Watson war seit Sonntag seinen Meldeauflagen nicht mehr nachgekommen und befindet sich damit auf der Flucht. Weil das "in ihn gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt war", sei der Haftbefehl wieder in Vollzug zu setzen gewesen, urteilte das Gericht .

Der 61-jährige Kanadier war im Mai bei der Einreise nach Deutschland festgenommen und gegen Auflagen wieder freigelassen worden . Entschieden werden muss nun noch über Watsons Auslieferung nach Costa Rica . Das lateinamerikanische Land wirft dem Gründer der Tierschutzorganisation Sea Shepherd Behinderung der Schifffahrt vor.

Nach Angaben seines Anwalts hat Watson Deutschland bereits verlassen, wie er vor Gericht mitteilte. Eine Sprecherin des Bundesjustizministeriums sagte dazu, der derzeitige Aufenthaltsort sei dem Ministerium nicht bekannt, auch nicht, ob er noch in Deutschland sei oder nicht.

Dabei geht es um eine Aktion, die zehn Jahre zurückliegt. 2002 hatte der Kanadier und Mitbegründer von Greenpeace vor der Küste Guatemalas den Dokumentarfilm Sharkwater über die Hai-Jagd gedreht. Dabei soll er, so lautet der Vorwurf Costa Ricas, die Besatzung eines Schiffes gefährdet haben. Watsons Anwälte weisen das zurück und verweisen auf Videomaterial von Sea Shepherd, das Watsons Unschuld belegen soll.