Bei einem schweren Erdbeben im Iran sind mindestens 227 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten gab das Innenministerium mit 1.200 an und korrigierte erste Angaben damit leicht nach unten.

Das Epizentrum des Bebens lag etwa 60 Kilometer von der Millionenstadt Täbris im Nordwesten des Landes entfernt. Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatte es eine Stärke von 6,3 . Kurze Zeit später ereignete sich ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,4.

In Täbris leben etwa 1,5 Millionen Menschen. Die amtlichen iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Fars berichteten von einem Zusammenbruch der Telefon- und Mobilfunknetze in der Region. Viele Bewohner seien in Panik aus ihren schwankenden Häusern ins Freie geflohen.

Die Erschütterungen waren auch in anderen Orten wie Ardebil, Meschkinschahr und Ahar zu spüren. Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmud Mosafar, sagte, zu mehreren Dörfern gebe es keinen Zugang. Ein Verantwortlicher aus Ahar bezifferte die Zahl der betroffenen Dörfer auf etwa 60.

Um die Menschen in den Dörfern zu erreichen, wurden demnach Hubschrauber eingesetzt. Aus dem Innenministerium in der Hauptstadt Teheran hieß es, allein aus der Ortschaft Warseghan seien etwa 50 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht worden.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen . Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erdbeben im Nordosten Irans im Januar dieses Jahres wurden mehr als hundert Menschen verletzt.