Ein Waldbrand auf der Kanaren-Insel La Gomera hat schwere Schäden im Nationalpark Garajonay angerichtet. Wie die Inselverwaltung mitteilte, brannten Waldflächen von 350 Hektar ab – fast ein Zehntel der gesamten Oberfläche des Schutzgebiets. Fünf Löschhubschrauber waren im Einsatz, um die Feuer in dem unwegsamem Gelände zu bekämpfen. Sie wurden ab dem Nachmittag von zwei Löschflugzeugen unterstützt, die zuvor wegen dichten Nebels nicht vom spanischen Festland starten konnten.

Der Nationalpark besteht zu großen Teilen aus Lorbeerbäumen und gehört aufgrund seiner Artenvielfalt zum Weltnaturerbe der Unesco . Die Wälder liegen in einem dichten Nebelgebiet mit hoher Luftfeuchtigkeit, was die Löscharbeiten behindert.

Insgesamt wurden auf der Insel nach Angaben der Regierung bereits 3.000 Hektar Wald vernichtet. Dazu gehörten auch mehrere Schutzgebiete außerhalb des Nationalparks. Auch auf der Nachbarinsel La Palma stehen Wälder in Flammen. Dort verbrannten bis Sonntag etwa 1.000 Hektar Wald. Die Feuerwehr konnte dort jedoch am Montag einen Brand weitgehend unter Kontrolle bringen.

Die Brände auf La Gomera und La Palma waren am Samstag ausgebrochen. Etwa 600 Menschen mussten ihre Wohnungen vorsorglich räumen. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Paulino Rivero, machte Brandstiftung für die Feuer verantwortlich. Es gebe eindeutig mehrere Brandherde. Ein einziger hätte niemals einen "derartig heftigen Brand" auslösen können, sagte Rivero im spanischen Rundfunk. Er plädierte dafür, auf den Inseln einen dauerhaften Stützpunkt von Löschflugzeugen einzurichten. Nach dem Ausbruch von Waldbränden gehe zu viel Zeit verloren, die Maschinen vom spanischen Festland auf die Inseln im Atlantik zu bringen.