Das Bundesverwaltungsgericht hat Klagen von Imkern gegen den Freistaat Bayern für unzulässig erklärt. Die Bienenzüchter fürchten negative Folgen für ihren Honig, sollten Pollen einer gentechnisch veränderten Maissorte dort hinein gelangen. Konkret wollten sich die Kläger gegen die Sorte MON 810 des Unternehmens Monsanto schützen, auch in Zukunft. Die Richter wiesen dies zurück, weil MON 810 auf dem Versuchsgut Neuhof nahe dem bayerischen Kaisheim nicht mehr angebaut werde. Damit könne auch ein Schutz dagegen nicht mehr geltend gemacht werden.

Ausgelöst hatte den Rechtstreit vor sechs Jahren der Honig des Imkers Karl Heinz Bablock. Darin waren MON-810-Pollen festgestellt worden. Daraufhin durfte er seinen Honig nicht mehr verkaufen, weil Pollen dieser Maissorte nicht als Lebensmittel zugelassen waren.

Auch gibt es keinen Schutz für die Kläger, sollte die Maissorte MON 810 in Zukunft wieder angebaut und als Lebensmittel verwendet werden dürfen. Mais und Pollen wären dann schließlich zugelassen, erläuterten die Richter. Spuren davon im Honig würden somit nicht mehr zum Verkaufsverbot führen. Den Einwand der Imker, ihre Kunden würden nach gentechnikfreien Produkten verlangen, berücksichtigte das Bundesverwaltungsgericht nicht.

Der Imker Bablock reagierte enttäuscht. Sechs Jahre Kampf hätten viel Kraft gekostet, sagte er. Dennoch sei er zufrieden, es versucht zu haben. Seiner Meinung nach seien in Ländern, in denen der Anbau von MON 810 gestattet sei, negative Auswirkungen deutlich geworden. Er hätte erwartet, "dass das Gericht sich eher auf die Seite der Verbraucher und uns Imkern stellt", sagte er. Zudem blieben Fragen offen. Wie sollten etwa Wild- und Kulturpflanzen bestäubt werden, wenn Imker ihre Bienenvölker aus dem Umfeld genveränderter Pflanzen herausbrächten?

Die Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte 2009 den Anbau von MON 810 in Deutschland verbieten lassen. Die Maissorte enthält ein Gen, das ein insektenschädigendes Protein produziert, um ihn gegen den Maiszünsler zu schützen. Die Raupen des Schmetterlings befallen regelmäßig Maisfelder und beeinträchtigen so die Ernte.