Heftiger Wind, eine schwere Sturmflut und Schneefall: Das Orkantief Xaver wird am Donnerstag und Freitag für einen Wetterumschwung in ganz Deutschland sorgen. Die Meteorologen erwarten an der Küste, im nördlichen Schleswig-Holstein und auf den höheren Bergen Orkanböen bis zur Stärke 12. Xaver, so heißt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD), wird mindestens so stark wie Orkan Christian, der Ende Oktober über Norddeutschland hinweggefegt war. "Aber Xaver dauert viel länger", so DWD-Experte Thomas Ruppert.

Für besorgniserregend halten Wetterforscher die Bedingungen, die derzeit auf See herrschen. So weht der Wind aus Nordwest und drückt das Nordseewasser in die Deutsche Bucht. Dazu komme eine so genannte Springtide, eine besonders hohe Flut nach Neumond, die ausgerechnet in der Nacht zum Freitag auflaufen wird. Nach jetzigem Kenntnisstand der Meteorologen treffen Springtide und der Höhepunkt des Sturms genau zusammen, es droht daher eine schwere Sturmflut.

Damit rechnen auch die Behörden in Hamburg und Schleswig-Holstein. "Die Halligen werden wieder Land unter melden – je nach Höhe der Sturmflut", sagte Dietmar Wienholdt, Abteilungsleiter für Küstenschutz beim Umweltministerium in Kiel . Er geht aber davon aus, dass zumindest Schleswig-Holstein insgesamt gut gerüstet sei. "Die Deiche sind wintersicher. Sie werden auch ohne Probleme eine Sturmflut wie 1962 oder 1976 überstehen."

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) stellt sich gleich auf eine oder mehrere Sturmfluten an der Nordseeküste ein. Nach derzeitigem Stand werde mit etwa 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser gerechnet – dann sei gerade die Grenze zu einer schweren Sturmflut überschritten.

Schnee in den Bergen   

Sogar weiter landeinwärts wird Xaver für starke Winde sorgen. Im Münsterland seien in der Nacht auf Freitag Böen von 100 Kilometern pro Stunde oder mehr möglich, gab Meteomedia bekannt. In anderen Landesteilen werden Windstärken von 8 bis 9, in den Höhenlage auch mehr erwartet. "Bei solchem Sturm können durchaus Dachziegel wegfliegen und Bäume entwurzelt werden", warnte Fabian Ruhnau von Meteomedia.

Ungemütlich beliebt es auch am Freitag. Im Norden und in der Mitte Deutschlands gibt es dann weiterhin schweren Sturm und Orkanböen. Dazu schneit es auf den Bergen in ganz Deutschland, auch Gewitter sind möglich. In Staulagen und an den Alpen gibt es bis zu 20 Zentimeter Neuschnee und starke Schneeverwehungen. Erst in der Nacht zum Samstag soll sich die Wetterlage wieder beruhigen.