Schimpansen sind wählerisch, wenn es um ihre Schlafstätte geht. Nahezu jeden Abend bauen sich die Menschenaffen ein neues Nest in den Baumkronen des Dschungels, nur selten werden alte Nester repariert. Bequem muss das Bett sein, und vor allem robust. Die Wahl des richtigen Baumes ist dabei entscheidend. 

Welches Gewächs Schimpansen zum Schlafgemach küren, haben amerikanische Wissenschaftler nun in Uganda untersucht. Sie stellten fest: die Tiere bevorzugen Bäume aus stabilem Holz, dessen Zweige sich zugleich gut zu einer Schlafplattform biegen lassen. Ihre Beobachtungen veröffentlichen die Autoren nun im Fachjournal Plos One (Samson & Hunt, 2014). 

David Samson von der Universität Nevada in Las Vegas und Kevin Hunt von der Universität von Indiana in Bloomington haben demnach festgestellt, dass die Baumart Muhimbi (Cynometra alexandri) unter den Schimpansen im Toro-Semliki-Nationalpark am beliebtesten ist. Obwohl diese Baumart weniger als zehn Prozent des Bestands in den von den Schimpansen bewohnten Galeriewäldern entlang der Flüsse ausmacht, bildete sie die Basis von fast Dreiviertel der 1.844 untersuchten Schlafnester.

Die Forscher sahen sich daraufhin die mechanischen Eigenschaften der Äste an, die typischerweise genutzt werden. Dabei stellten sie fest, dass die Schimpansen gute Gründe für ihre Wahl haben: Die Äste des Muhimbi-Baumes, in dessen Krone die Schimpansen am liebsten schlafen, sind am steifsten und bruchfestesten. Für den Nestbau ist es außerdem ein Vorteil, wenn Astknoten einen geringen Abstand haben und die Blattfläche im Verhältnis zur Astlänge gering ist. Auch hier schneidet der Muhimbi von allen sieben untersuchten Bäumen am besten ab.

Schirmförmig, aber nicht zu weit ausladend

Der Muhimbi, auch Angu genannt, ist ein in Ost- und Zentralafrika verbreiteter Baum aus der Familie der Leguminosen. Er kann bis zu 45 Meter hoch werden. Sein rotbraunes Holz ist sehr hart und beständig gegen Termiten, es wird gern für strapazierfähige Bodendielen und Eisenbahnschwellen verwendet.

All diese Eigenschaften würden es den Affen erleichtern, aus ihnen Nester zu formen, schreiben die Forscher. Zudem wachse der Baum schirmförmig, aber nicht zu weit ausladend. Das macht die Schlafstätte behaglich. "Wie Menschen wählen auch Schimpansen sehr genau aus, wie sie schlafen", sagt Samson. Dann lässt es sich schließlich am besten träumen.