Bei einem Seebeben vor der chilenischen Pazifikküste sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Innenminister Rodrigo Peñailillo teilte mit, es sei eine weitere Leiche entdeckt worden. Zugleich gab er bekannt, dass der Tsunami-Alarm für das ganze Land aufgehoben worden sei. Der Minister lobte die Evakuierungen: "Ich möchte dem ganzen Land danken."
Aus Furcht vor Riesenwellen waren nach Angaben des Katastrophenschutzes (Onemi) mehr als 900.000 Einwohner aus den Küstengebieten in höher gelegene Gegenden in Sicherheit gebracht worden. Viele Menschen übernachteten im Freien oder kamen in Stadien unter. Die Schulen blieben fast im ganzen Land geschlossen.
Das Erdbeben am Dienstagabend (Ortszeit) hatte nach Angaben der chilenischen Erdbebenwarte CSN eine Stärke von 8,2 und löste nahe der Küste Wellen von bis zu zwei Metern Höhe aus. Am stärksten wurden die Städte Arica und Iquique nahe der Grenze zu Peru getroffen.
In Iquique nutzten laut Peñalillo rund 300 Häftlinge das Chaos für einen Gefängnisausbruch. Die Regierung entsandte rund einhundert Elitesoldaten, um Plünderungen zu verhindern und bei Aufräumarbeiten zu helfen. Am Flughafen von Iquique wurde der Kontrolltower beschädigt, sämtliche Flüge in die nördlichen Städte Iquique, Antofagasta und Arica wurden gestrichen.
Ein ausführlicher Bericht über die Auswirkungen des Bebens liegt noch nicht vor. Größere Schäden wurden bislang aber nicht gemeldet. Onemi-Chef Ricardo Toro sagte: "Es wird alles zur Normalität zurückkehren." Alle Flughäfen seien inzwischen wieder in Betrieb, die Straßen befahrbar. In weiten Teilen Nordchiles gibt es aber nach wie vor keinen Strom, außerdem wurden einige Brände gemeldet.
Präsidentin Michelle Bachelet wird im Laufe des Tages in den betroffenen Regionen erwartet. Sie hatte diese zum Katastrophengebiet erklärt.
Nachbarländer in erhöhter Alarmbereitschaft
Das Tsunami-Warnzentrum für die Pazifikregion auf Hawaii gab eine Tsunami-Warnung für einen mehr als 4.800 Kilometer langen Küstenstreifen in Süd- und Zentralamerika aus. Peru und Ecuador mahnten Küstenbewohner zu erhöhter Wachsamkeit. Das Beben war so heftig, dass es noch bis nach Bolivien zu spüren war.
Die indonesische Regierung warnte, Tausende Kilometer von Chile entfernte Regionen in Asien könnten am Donnerstag von bis zu einem halben Meter hohen Tsunami-Wellen getroffen werden. Betroffen seien die Urlaubsinsel Bali, Teile der Hauptinsel Java, Sulawesi sowie Papua. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Strände zu meiden.
Chile liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einem besonders erdbebengefährdeten Gebiet. Im Februar 2010 ereignete sich vor der Küste des Landes etwa 235 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago de Chile ein heftiges Beben der Stärke 8,8. Mehr als 500 Menschen kamen ums Leben.
Bei einem Seebeben vor der chilenischen Pazifikküste sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Innenminister Rodrigo Peñailillo teilte mit, es sei eine weitere Leiche entdeckt worden. Zugleich gab er bekannt, dass der Tsunami-Alarm für das ganze Land aufgehoben worden sei. Der Minister lobte die Evakuierungen: "Ich möchte dem ganzen Land danken."
Aus Furcht vor Riesenwellen waren nach Angaben des Katastrophenschutzes (Onemi) mehr als 900.000 Einwohner aus den Küstengebieten in höher gelegene Gegenden in Sicherheit gebracht worden. Viele Menschen übernachteten im Freien oder kamen in Stadien unter. Die Schulen blieben fast im ganzen Land geschlossen.