Mit rasender Geschwindigkeit fliegen Basstölpel gen Wasseroberfläche, sobald sie aus der Luft einen Schwarm Heringe und Makrelen erblicken. Ganze Heerscharen stürzen sich tollkühn ins Meer, um ihre Leibspeise zu bekommen. Doch bei aller Waghalsigkeit hat Morus bassanus einen gewissen Hang zur Faulheit – viel Essen, wenig Aufwand, so das Motto.

Da hilft, dass die Tiere clevere Beobachter sind, wie eine Studie mit Basstölpeln rund um die britischen Inseln zeigt (Bodey et al., 2014). Demnach halten die Vögel gezielt Ausschau nach Fischerbooten. Aus bis zu elf Kilometern Entfernung visierten sie ihr schwimmendes Buffet an, wie der Biologe Thomas Bodey von der Universität Exeter herausgefunden hat.

Basstölpel verbringen fast ihr ganzes Leben auf See und brüten in großen Kolonien an Steilküsten. Da Beifang und Fischabfälle eine beliebte Nahrungsquelle der großen Seevögel sind, untersuchte die Forschergruppe das Verhalten von Basstölpeln in sechs Kolonien und verglich es mit Daten zu Schiffsbewegungen im selben Gebiet.

Die Seevögel hängen sich an fleißige Fischer

"Wir wussten, dass Basstölpel und andere Seevögel regelmäßig Fischerbooten folgen", sagt Bodey. Das Team habe es aber für ein eher lokales Phänomen gehalten und war überrascht, in welchem Ausmaß die Fischfänger das Verhalten der Tiere beeinflussen.

So stellten Bodey und seine Kollegen fest, dass die Tiere genau unterscheiden, mit welcher Art von Boot sie es zu tun haben und ob es gerade fischt oder nicht. Setzten die Schiffe etwa Schleppnetze in tieferen Gewässern ein, wechselten die Basstölpel zu ihrem typischen Verhalten bei der Nahrungssuche. Andere Boote waren trotz Fangstopp attraktiv für die Vögel – vermutlich, weil der Fang an Bord verarbeitet wurde und mehr Fischabfall anfiel, wie Bodey und Kollegen im Magazin Current Biology schreiben.

"Der Einfluss von Fischereiabfall auf Seevögel ist vielschichtig", sagt der Biologe. Mehr darüber zu erfahren helfe, die Meeresraumplanung und Fischereipolitik umweltschonender zu gestalten.