Der spanische Öl-Konzern Repsol darf vor den Kanarischen Inseln nach Erdöl suchen. Das Unternehmen dürfe drei Probebohrungen vornehmen, teilte das Industrieministerium mit. Diese sollen 50 bis 60 Kilometer vor der Küste von Lanzarote und Fuerteventura durchgeführt werden. Repsol will in diesem Jahr mit den Bohrungen beginnen, sagte Konzernchef Antonio Brufau.

Das schottische Unternehmen Cairn Energy hatte bereits im März dieses Jahres in marokkanischen Gewässern Erdöl gefunden. Das 8.900 Quadratkilometer große Gebiet nahe Cap Juby liegt 80 Kilometer südöstlich der Kanaren.

Umweltschützer, Tourismusvertreter und die kanarische Regierung protestierten gegen die Bohrungen. Im Internet unterschrieben Hunderttausende eine Petition an die Präsidenten von Europäischem Parlament, Europäischer Kommission sowie an die spanische Regierung.

Sorge vor Umweltschäden

Die Regierung von Lanzarote beauftragte zudem eigene Gutachter. Francisco Javier Villanueva, einer von ihnen, warnte davor, dass Bohrungen in großer Tiefe die Gefahr eines Bohrlecks erhöhen. 2010 war es im Golf von Mexiko zu einer der schwersten Umweltkatastrophen der Geschichte gekommen, als die Bohrplattform Deepwater Horizon explodierte. Dort wurde Öl aus einer Tiefe von 1.500 Metern gefördert. Repsol darf vor den Kanaren Bohrungen in Tiefen von 3.000 bis 6.900 Meter durchführen.

An dem Projekt sind auch der australische Konzern Woodside Energy und das deutsche Unternehmen RWE beteiligt. Sie hatten von Repsol Anteile an der Förderung erworben. Demnach besitzt der spanische Konzern die Hälfte der Anteile, Woodside Energy hält 30 Prozent und RWE 20 Prozent.

Repsol geht davon aus, dass sich in den Ölfeldern unter dem Meeresboden rund eine Milliarde Barrel Rohöl befindet. Über einen Zeitraum von 30 Jahren könnten täglich 100.000 bis 150.000 Barrel gefördert werden. Das sind zehn Prozent dessen, was Spanien verbraucht.