Die Abholzung des Regenwaldes in Brasilien ist wieder rückläufig. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg im Vorjahr, wurden in diesem Jahr 18 Prozent weniger Regenwald vernichtet, wie die brasilianische Weltraumbehörde INPE nach Auswertung von Satellitenbildern berichtet. Damit wird jährlich nur noch knapp ein Fünftel der Fläche abgeholzt, die 2004 gerodet wurde. Mit 4.848 Quadratkilometern ist die vernichtete Waldfläche aber noch immer fast doppelt so groß wie das Saarland.

INPE schränkte ein, dass die Angaben vorläufig sind und um bis zu zehn Prozent abweichen können. Konsolidierte Daten sollen erst in den nächsten Monaten vorgelegt werden. Sollte sich die Schätzung bestätigen, wäre dies nach 2011/12 der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Kontrollen im Jahr 1988.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich skeptisch. "Die Entwaldung im Amazonas ist laut offiziellen Zahlen zurückgegangen, einen Grund zum Feiern gibt es jedoch nicht. Die Situation bleibt dramatisch", sagte WWF-Brasilien-Referent Roberto Maldonado.

Für August und September 2014 hatten brasilianische Medien zuletzt über einen deutlichen Anstieg der Abholzung von insgesamt 122 Prozent berichtet. Konterkariert werden die jüngsten Zahlen des INPE auch von einer kürzlich vorgelegten Studie der Nichtregierungsorganisation Observatório do Clima. Danach emittierte Brasilien 2013 in CO2-Äquivalenten gerechnet 1,57 Milliarden Tonnen Treibhausgase und damit 7,8 Prozent mehr als 2012. Ein wichtiger Grund dafür sei auch die Zunahme der Abholzung im Amazonas-Regenwald gewesen.

Die Rodung des Regenwaldes ist eine wesentliche Quelle für die Emission von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2), da gespeichertes CO2 freigesetzt wird, wenn das Holz verbrannt wird. Zudem können weniger Bäume in der Luft vorhandenes CO2 binden und in Sauerstoff umwandeln.

In Lima in Peru beginnt am Montag die nächste internationale Klimakonferenz, bei der es auch um den Kampf gegen die Abholzung von Regenwäldern geht. Der Regenwald im Amazonas-Becken, der 2004 noch eine Fläche von 27.000 Quadratkilometern bedeckte, ist der größte Wald auf der Erde.