Der Zustand des Great Barrier Reef in Australien hat sich noch weiter verschlechtert. Das geht aus dem Jahresbericht der Regierung des Bundesstaates Queensland hervor. Besonders bedenklich sei, dass es bislang kaum die von der Unesco geforderten Fortschritte beim Schutz des weltgrößten Korallenriffs gegeben habe, sagte Steven Miles, der Umweltminister des Bundesstaates Queensland, australischen Medien.

Das Riff ist seit 1981 offizielles Weltnaturerbe der Unesco. Es war in diesem Jahr noch nicht auf die Rote Liste des gefährdeten Weltnaturerbes gekommen. Allerdings forderte das Welterbekomitee die australische Regierung auf, bis Dezember 2016 Fortschritte beim Schutz nachzuweisen. Umweltminister Miles sagte, der Bericht beinhalte mehr schlechte als gute Nachrichten. "Wenn eines meiner Kinder mit so einem Zeugnis nach Hause kommen würde, wäre ich ein bisschen enttäuscht."

Viele Probleme gehen unmittelbar auf menschliches Fehlverhalten zurück: Farmer und Viehzüchter halten sich zu großen Teilen nicht an Vorschriften zum Umweltschutz. Dünger, Pestizide und Abfälle der Landwirtschaft gelangen so nach wie vor in das Riff vor der australischen Ostküste und stören das Ökosystem. 

Hinzu kommt der Klimawandel: Die ansteigenden Meerestemperaturen zerstören die Korallen. Vor allem die Küstengebiete des rund 2.300 Kilometer langen Riffs könnten sich von den Schäden nicht schnell genug erholen. Das Great Barrier Reef hat in den vergangenen 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Korallendecke eingebüßt.

Das Great Barrier Reef ist Lebensraum von rund 14.000 Arten. Es erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 200.000 Quadratkilometern und ist damit fast dreimal so groß wie Bayern. Das Riff hat nicht nur große ökologische Bedeutung, es ist für Australien als eine der größten Touristenattraktionen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.