Die Behörden der Provinz Alberta im Westen Kanadas haben angesichts der Waldbrände den Notstand ausgerufen. Die Kleinstadt Fort McMurray ist komplett evakuiert worden. Alle 80.000 Bewohner von Fort McMurray im Nordosten Albertas haben sich offenbar in Sicherheit bringen können, erklärte ein Vertreter der Provinz.

Es handele sich um die größte wegen Bränden veranlasste Evakuierung in der Geschichte der Provinz, teilte das Rote Kreuz mit. Die Menschen kamen in Notunterkünften unter. 1.600 Wohnhäuser und andere Gebäude in Fort McMurray seien zerstört worden, wie die Ministerpräsidentin Albertas, Rachel Notley, mitteilte. 

Fort McMurray lebt von der Ölförderung aus Teersand, die der Region in den vergangenen Jahren einen Aufschwung beschert hat. Das Gebiet birgt die drittgrößten Ölreserven der Welt nach Venezuela und Saudi-Arabien. Die Förderanlagen liegen im Norden der Stadt, während der Brand im Süden wütete. Die Ölfelder selbst waren zunächst nicht bedroht. Royal Dutch Shell erklärte, eine Anlage sei außer Betrieb genommen worden und eine zweite werde heruntergefahren. Suncor Energy gab eine Drosselung der Förderung bekannt.

Die Provinz Alberta hatte 2015 die schlimmste Dürre seit 50 Jahren erlebt und leidet seit vergangener Woche unter einer Hitzewelle. Das Feuer brach am Sonntag aus und schien bis Dienstagfrüh wieder fast unter Kontrolle. Dann drehten die Winde und trieben die Flammen plötzlich in Richtung Stadt, was vielen Bewohnern nur wenig Zeit zur Flucht ließ. 

Berichten zufolge erschwerten Benzinknappheit und Staus die Evakuierung. Feuerwehrleute hatten zudem wegen ungünstiger Wetterbedingungen Schwierigkeiten, die Flammen in Schach zu halten. Die Einsatzkräfte erwarteten, dass der Wind die Brände noch weiter nach Norden trägt.

Mehr als 250 Feuerwehrleute waren im Einsatz, wie die Provinz Alberta mitteilte. "Unser Fokus liegt ganz und gar darauf, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und sie aus der Stadt zu bringen", sagte Notley. Nach Angaben der Forstbehörde kämpften zudem neun Löschflugzeuge und ein Dutzend Hubschrauber gegen die Flammen.