Die Rekordtemperaturen des vergangenen Jahres haben an vielen Orten der Welt gravierende Folgen nach sich gezogen. Wie die US-Klimabehörde NOAA mitteilte, zählten dazu Dürren, schrumpfende Gletscher, Fischwanderungen und Zyklone. Die Durchschnittstemperatur über Landflächen habe den Rekord von 2014 um mehr als 0,1 Grad Celsius übertroffen. Dazu habe auch das Klimaphänomen El Niño beigetragen, das aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen verändert.

Demnach gab es im vergangen Jahr auch die bislang höchste gemessene Konzentration von Treibhausgasen in der Luft. So überschritt laut NOAA die Durchschnittskonzentration von Kohlendioxid an der Messwarte am Mauna Loa auf Hawaii erstmals 400 ppm (Teile pro Million Teile). Auch die Durchschnittstemperatur der Meere war 2015 so hoch wie nie zuvor seit Messbeginn.

NOAA-Direktor Thomas Karl sagte, der jährliche "ärztliche Check-up" der Erde zeige, dass der langfristige Klimawandel und El Niño das vergangene Jahr geprägt hätten.  Zu den Symptomen zählt die NOAA eine riesige schädliche Algenblüte im nordöstlichen Pazifik mit deutlichen Auswirkungen auf die anderen Meereslebewesen und die davon abhängenden Menschen. Zudem seien die Berggletscher nach vorläufigen Daten weiter geschrumpft – das 36. Jahr in Folge. Die Zahl der tropischen Zyklone nahm deutlich zu: Mit insgesamt 101 Zyklonen lag sie deutlich über dem Schnitt, der zwischen 1981 bis 2010 noch 82 betrug.

Auch die Tiere der Arktis seien von den Entwicklungen beeinflusst worden, heißt es in dem Bericht. So zögen sich Walrossherden beispielsweise auf das Land zurück, anstelle auf Eis über dem Meer zu bleiben. In der Barentssee nördlich von Norwegen zögen die steigenden Temperaturen Warmwasserfische an und vertrieben andere einheimische Arten. Für den jährlichen Bericht werteten mehr als 450 Wissenschaftler aus rund 60 Ländern Daten aus.

In Deutschland war 2015 das zweitwärmste Jahr

In Deutschland war 2015 ebenso wie 200o und 2007 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das zweitwärmste jemals gemessene Jahr. Das wärmste Jahr war 2014. Es sei im vergangenen Jahr außer im äußersten Norden ungewöhnlich trocken gewesen. Zudem registrierten die Meteorologen mit 40,3 Grad im fränkischen Kitzingen die höchste Lufttemperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881.