Vor der Küste der Antarktis wird das größte Meeresschutzgebiet der Erde (mehr über das Rossmeer lesen Sie hier) entstehen. Darauf haben sich die für das Gebiet zuständigen 24 Länder sowie die Europäische Union geeinigt, teilte der neuseeländische Außenminister Murray McCully mit. Das Schutzgebiet im ökologisch bedeutsamen Rossmeer soll 1,55 Millionen Quadratkilometer umfassen. Das entspricht der Fläche von Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Im größten Teil des neuen Schutzgebietes soll jegliche Fischerei verboten werden.

Die Verhandlungen hatten bereits im Jahr 2012 begonnen. Zuletzt hatte sich nur noch Russland gegen die Ausweisung des Schutzgebiets gestellt, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte fürchtete. Die Entscheidung konnte nur einstimmig getroffen werden.

Es ist die erste Schutzzone dieser Art in internationalen Gewässern. Der gefundene Kompromiss bringe "den Schutz des Meeres, nachhaltige Fischerei und die Interessen der Forschung in ein Gleichgewicht", sagte McCully.

Umweltschutzorganisationen bezeichneten die Einigung als einen wichtigen Meilenstein. "Die heutige Vereinbarung ist ein Wendepunkt für den Schutz der Antarktis", sagte Chris Johnson, Meeresbiologe bei WWF. "Das ist nicht nur wichtig wegen der unfassbaren Artenvielfalt, sondern auch für die Widerstandsfähigkeit der Weltmeere in Zeiten des Klimawandels."

Das antarktische Rossmeer gilt als eines der letzten unberührten maritimen Ökosysteme. Dort leben Wale, Pinguine und Seehunde. Zudem entsteht in der Region ein Großteil der Nährstoffe für die gesamten Weltmeere. Wissenschaftler erforschen dort unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels.

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