Während Biologen die Lebensweise der dort ansässigen Tiere studieren und nach unentdeckten Arten suchen sollen, werden Klimaforscher ergründen, wie derartige Ökosysteme funktionieren, die noch verhältnismäßig wenig vom Menschen zerstört worden sind.

Fischen verboten

Kommerziell darf dort nicht gefischt werden, um das Gleichgewicht zwischen allen Tieren konstant zu halten. Besonders begehrt ist zum Beispiel der Schwarze Seehecht, dessen Bestände in anderen Gewässern überfischt sind. Er gilt in vielen Ländern als Delikatesse und wird für bis zu 70 US-Dollar pro Kilogramm gehandelt.

Verschwände er vor der Küste der Antarktis, wäre das eine Katastrophe für das Ökosystem. Der Schwarze Seehecht braucht etwa acht Jahre, um vollständig auszuwachsen und lebt dann bis zu 50 Jahre. Er hat eine sehr uneigennützige Rolle in der Antarktis-Gemeinschaft: Die meisten seiner Jungen zeugt er nur als Nahrung für andere Tiere. Nur wenige junge Seehechte wachsen aus. Die Erwachsenen haben dafür relativ wenige Fressfeinde und pflanzen sich sehr effizient fort. Damit steuern sie immerfort mit ihrem Nachwuchs eine wichtige Nahrungsquelle zum Ökosystem bei.

Ein Seehecht kann bis zu zwei Meter lang und 150 Kilogramm schwer werden. Fischer haben es auf die großen Tiere abgesehen. Das schadet der Art besonders, denn Seehechte zeugen erst als Erwachsene viele Nachkommen und schon von Natur aus überleben nur wenige junge Fische.

Russland wollte erst nicht mitmachen

Die Zone wird der größte geschützte Meeresabschnitt der Erde sein. Bis sich das Abkommen durchgesetzt hat, hat es eine Weile gedauert. Vor etwa drei Jahren sah es noch so aus, als würde es nie beschlossen. Die Verhandlungen haben bereits 2012 begonnen. 24 Länder, die für die Zone verantwortlich sind, sowie die Europäische Union mussten einstimmig dafür sein, die Schutzzone einzurichten. Zuletzt hatte Russland seine Zustimmung verweigert, in der Befürchtung, die Fischerei könnte darunter leiden.

Vor Erderwärmung und Plastikmüll schützt das Abkommen nicht

Je weniger Menschen in der Schutzzone unterwegs sind, desto geringer ist das Risiko der Umweltverschmutzung, etwa durch Müll. Plastik, das heute tonnenweise in den Ozeanen treibt, kann natürlich dennoch im Rossmeer landen. Und auch die globale Erwärmung bedroht das Südpolargebiet. Im Streit um die Ressourcen-Ausbeutung und die Herrschaft über die Antarktis setzt das Abkommen aber ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Weltgemeinschaft große Gebiete dort schützen will. Auch andere artenreiche Gebiete wie die Galapagos-Inseln oder der sibirische Baikalsee könnten von diesem Erfolg profitieren. Umweltschützer kritisieren aber, dass der Schutzzeitraum zu kurz sei. Die Tierwelt im Rossmeer ist nun darauf angewiesen, dass die beteiligten Staaten in 35 Jahren ein neues ebenso striktes Abkommen aushandeln.

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