Auf dem Klimagipfel in Marrakesch hat die Nichtregierungsorganisation Germanwatch den Klima-Risiko-Index vorgestellt. Sein wichtigstes Ergebnis: Im Jahr 2015 waren Mosambik, Dominica und Malawi am stärksten von Naturkatastrophen betroffen. Der Index zeigt, wie sehr Länder von Überschwemmungen, Stürmen oder Hitzewellen beeinflusst sind – entweder im vergangenen Jahr oder über einen längeren Zeitraum hinweg, von 1996 bis 2015. In der Langfristbeobachtung erlitten Honduras, Myanmar und Haiti die stärksten Schäden und Verluste durch extreme Wetterereignisse.

Der Index untersucht die Zahl der Todesopfer und auch wirtschaftliche Verluste. Seinen Daten zufolge forderten in den vergangenen 20 Jahren weltweit rund 11.000 Extremwetterereignisse fast 530.000 Menschenleben. Die direkten materiellen Verluste addierten sich auf mehr als drei Billionen US-Dollar.

Starkregen, Überflutungen und Erdrutsche führten 2015 am häufigsten zu Schäden. Afrika, in dessen Norden nun die Klimakonferenz 2016 stattfindet, ist laut Bericht besonders stark von Klimarisiken betroffen. Mit Mosambik (1.), Malawi (3.), Ghana und Madagaskar (beide 8.) gehören vier afrikanische Staaten zu 
den zehn am stärksten betroffenen Ländern des Jahres 2015.

Deutschland ist im Langfristindex nach Frankreich und Portugal die am drittstärksten betroffene Industrienation und landet auf Rang 23. Hier hatte die Hitzewelle 2003 besonders schlimme Folgen. Wegen ihr starben Germanwatch zufolge mehrere Tausend Menschen. Aber auch schwere Stürme wie der Orkan Kyrill 2007 und die wiederholt aufgetretenen "Jahrhunderthochwasser" an Elbe, Donau und Oder fallen ins Gewicht. Die materiellen Schäden seit 1996 addieren sich in Deutschland auf knapp 3,6 Milliarden US-Dollar.

Die Auswertungen ließen zwar keine Aussage über den Einfluss des Klimawandels zu, jedoch könnten die Ergebnisse "als ein Warnsignal verstanden werden", dass die Länder sich auf stärkere Extremereignisse vorbereiten sollten, sowohl durch Katastrophenvorsorge als auch Anpassung an den Klimawandel, schreiben die Autoren.

Der Bericht der NGO erschien zum zwölften Mal. Die laut Langzeitindex am stärksten betroffenen Länder erhielten ihren Rang bislang durch Ausnahmekatastrophen.
 In den letzten Jahren gewann jedoch eine andere Kategorie an Relevanz: Länder wie die Philippinen 
und Pakistan wurden nun regelmäßig von Katastrophen heimgesucht.

Als Datenbasis dient eine Datenbank des Rückversicherers Munich RE, zusammen mit weiteren demografischen und wirtschaftlichen Daten wie dem Bruttoinlandsprodukt des Internationalen Währungsfonds.