Es begann mit Trumps Wahlversprechen, aus dem Klimavertrag von Paris aussteigen zu wollen. Dann verunsicherte seine Personal- und Budgetpolitik. Nicht nur will Trump Scott Pruitt zum Chef der EPA machen, seinerseits bekannt als Klimawandelskeptiker und Verbündeter der Kohle- und Erdölindustrie. Ende November teilte einer seiner Berater mit, Trump plane, die Klimaforschung der amerikanischen Weltraumagentur Nasa einzustellen. Die Abteilung Earth Science der US-Weltraumbehörde solle unter ihm kein Geld mehr bekommen. Nun ist die Nasa zwar nicht einzige Organisation, die Klimabeobachtungen und -messungen durchführt, aber eine der wichtigsten.

"Es gibt in Amerika niemanden, der die Satelliten der Nasa genauso gut betreiben könnte wie sie selbst", hatte dazu Josef Aschbacher, Chef des Esa-Erdbeobachtungsprogramms, im Gespräch mit ZEIT ONLINE gesagt. Es sei unvorstellbar, dass die Earth Science Division dafür keine Mittel mehr bekommen soll. Die Folgen wären enorm: Zum einen, weil es dann sehr viel weniger Informationen über den Zustand des Planeten gäbe. Zum anderen, weil zahlreiche Daten noch immer nicht ausgewertet sind und dies – wenn es überhaupt gelänge – deutlich begrenzter und verzögert stattfinden würde. Beides würde Klimaprognosen schwächen und politische Entscheidungen erschweren. Dass noch mehr Klimadaten verloren gehen könnten, wollen Forscher daher nicht riskieren.

Seit Jahren bezweifelt Trump öffentlich, dass sich das Klima durch den Einfluss der Menschheit rasch wandelt. Das ganze sei ein "hoax", ein Schwindel. Dabei ist ihm keine Theorie zu krude. 2012 etwa hatte er getwittert, es handle sich um ein Komplott der Chinesen – eine Aussage, von der er sich mittlerweile hin und wieder zu distanzieren versucht. 2015 hatte er Präsident Barack Obama für sein Statement kritisiert, der Klimawandel sei das wichtigste Thema, und "not all of the current disasters" – nicht all die aktuellen Katastrophen. Und er wurde im Winter desselben Jahres nicht müde zu betonen, dass es doch sehr kalt sei, Schnee gebe es massenweise: "Wo zur Hölle ist die Erderwärmung, wenn man sie braucht?" (Eine umfassende Twitter-Liste findet sich etwa hier.)

Als Geschäftsmann mag Trump die Risiken der Erderwärmung akzeptieren. In Irland wollte er eine Mauer an der Küste bauen lassen, um seinen Golfplatz vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen. Sein Gesuch wurde abgelehnt, unter anderem weil der Bau eine seltene Schneckenart bedroht hätte. Als Politiker dagegen setzt er noch immer auf Kohle und Öl statt Wind- und Solarenergie und auf Leugner des menschengemachten Klimawandels, die er zu Entscheidungsträgern ernennen will.

Was nicht existiert, muss nicht erforscht werden, so scheint seine Devise. Was Trump und Teile des Teams ignorieren wollen, müsse mit allen Mitteln bewahrt werden, kontern seine Gegner. Für die Klimaforscher der USA hat ein neues Zeitalter begonnen.