Die Atmosphäre erwärmt sich, das Wetter wird infolge des Klimawandels vielerorts unberechenbar, die Ozeane versauern – wer bestreitet, dass dafür steigende Mengen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Erdatmosphäre mitverantwortlich sind, missachtet die Ergebnisse jahrelanger Forschung (Climate Change: Stocker et al., 2013). Wer nicht akzeptieren will, dass der Mensch mit seinem Lebensstil den Klimawandel beschleunigt, ebenfalls.

Doch es gibt sie, diese Klimaskeptiker. Die Leugner. Ein Umstand, der den scheidenden Präsidenten der USA zu einem deutlichen Kommentar im Fachmagazin Science verleitet hat (Barack Obama, 2017). Darin bekräftigt er nicht nur seine Entscheidungen und zieht eine positive Bilanz seiner Amtszeit, sondern mahnt auch seinen Nachfolger, vollends von der Klimapolitik der Obama-Regierung abzuweichen.

"Sollte der Ausstoß an Treibhausgasen weiterhin steigen, könnte das zu einem Temperaturanstieg von vier Grad Celsius oder mehr bis zum Jahr 2100 führen", schreibt Barack Obama. Doch "obwohl die Auswirkungen des Klimawandels verstörend klar sind, gibt es noch immer Diskussionen über den künftigen Kurs der USA". Eine Debatte, die mit der Wahl von Donald Trump nun wieder vehement geführt wird.

Joe Raedle/Getty Images
Klimawandel! Was heißt das?

Klimawandel! Was heißt das?

Die Erderwärmung bedroht die Welt, aber wie genau? Wir erklären Wetter, Klima und warum der Wandel so gefährlich ist.

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Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

sagt, warum das ein Problem ist:

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Das Wetter

… ist der Zustand der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was ist Wetter, was Klima?

Das Klima

... ist das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, etwa 30 Jahre.

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Auch die 2°C Erwärmung beeinträchtigen Ökosysteme auf der ganzen Welt stark und bedrohen damit auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Stimmt. Viele Forscher sind sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Europa soll aber nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Schon im Wahlkampf hatte Obamas Nachfolger damit geworben, statt Wind- und Solarenergie wieder alte Energien wie Kohle verstärkt zu unterstützen. Mitstreitern aus der Wirtschaft versprach er beispielsweise, geschlossene Zechen wieder zu eröffnen. Außerdem will er vermehrt Öl fördern und Energie mithilfe von Erdgas gewinnen. Seine ersten Personalentscheidungen deuten darauf hin: Trump will es durchziehen.

Es ist eine Strategie, die laut Obama keinen Erfolg haben wird. "Der Trend zu sauberen Energien ist nicht mehr aufzuhalten", schreibt er. Unabhängig von Trumps Entscheidungen. Davon ist Obama aus vier Gründen überzeugt:

1. Wachsende Wirtschaft, sinkende Emissionen

Weniger Treibhausgase und ein größeres Wirtschaftswachstum schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Den Ausstoß zu minimieren, "befeuert Effizient, Produktivität und Innovation", schreibt Obama. Berechnungen der Internationalen Energieagentur IEA belegten, dass die energieabhängigen Kohlendioxid-Emissionen in 2015 konstant geblieben waren, während die globale Wirtschaft gewachsen ist (International Energy Agency, Paris, 2016).

2. Weniger Treibhausgase stärken die Privatwirtschaft

Immer mehr Firmen in den USA entscheiden sich, Energie aus Kostengründen zu sparen. Dazu zählen etwa der Automobilkonzern General Motors oder der Aluminiumhersteller Alcoa. Wie Obama anführt, ist der Gesamtenergieverbrauch in den USA seit 2008 trotz Wirtschaftswachstums um 2,5 Prozent gesunken.

3. Der Markt drängt auf Erneuerbare Energien

Der Energiesektor durchläuft laut Obama derzeit einen maßgeblichen Wandel: Während die alten Energien für Firmen teurer werden, sinken die Kosten für Erneuerbare Energien. "Zwischen 2008 und 2015 sind die Preise für Windenergie um 51 Prozent, für Solarzellen auf privaten Dächern um 54 Prozent und die für große Flächen um 64 Prozent gefallen", fasst er mit Bezug auf eine Studie des US-Energieministeriums zusammen

Er hält es zudem für unwahrscheinlich, dass Firmen künftig wieder in Kohlekraftwerke investieren würden: viel zu teuer, lautet sein Fazit. Der Trend gehe zu Erdgas.

4. Den Klimawandel stoppen – ein globaler Trend

2015 hatten Delegierte aus mehr als 190 Staaten in Paris beschlossen, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Damit sind erstmals Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel vereint. Laut Obama seien das Zeichen eines "fundamentalen Wandels": Habe es früher geheißen, nur wenige, starke Wirtschaften sollen die Treibhausgase minimieren, fühlten sich nun alle in die Pflicht genommen.

Seit dem 4. November 2016 ist der Vertrag offiziell in Kraft. Große Staaten und Gemeinschaften wie China, die USA und die EU hatten ihn rasch ratifiziert. Damit können die USA nicht so leicht vom Abkommen zurücktreten, wie Trump es gern hätte.

Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werde die Möglichkeit haben, einen eigenen Kurs zu fahren, schreibt Obama, und betont zugleich: "Es gibt zahlreiche Wege und Mechanismen, mit denen dieses Land die in Paris verabschiedeten Ziele erreichen kann – effizient und wirtschaftlich". 

Am 20. Januar 2017 wird Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Alles dazu, und was von der Amtszeit des Republikaners zu erwarten ist, lesen Sie auf diesen Seiten.