Es gibt unzählige Belege dafür, dass die Verbrennung von Kohle und Erdöl zu dem rasanten, andauernden Anstieg geführt haben, den Forscher heute verzeichnen (siehe etwa Nature Geoscience: Le Quéré et al., 2009 / PNAS: Josep Canadell et al., 2007 / NOAA Earth System Research Laboratory).

Auch andere Treibhausgase haben sich angehäuft. Der Anteil von Methan in der Atmosphäre hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter aber nahezu verdreifacht. Zwischenzeitlich war die Menge stabil, seit einigen Jahren aber steigt die Konzentration wieder – wie einst vorhergesagt (Nature: Bousquet et al., 2006).

3. Der Treibhauseffekt ist seit 120 Jahren erwiesen

Der Mechanismus, wie Treibhausgase, etwa Kohlendioxid, die Atmosphäre erwärmen, ist bewiesen. Je mehr CO₂ in die Atmosphäre aufsteigt, desto weniger Sonnenstrahlen können als Infrarotstrahlung zurück ins All reflektiert werden. Wie eine Hülle schließt Kohlendioxid die Wärme ein. Das wissen Forscher seit gut 120 Jahren dank Experimenten und Beobachtungen in der Natur.

"Alle Messkurven zeigen seit mehreren Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg der globalen Mitteltemperatur", sagt der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Seit 1850 – dem Zeitpunkt, ab dem verlässliche Daten existieren – sind sie im weltweiten Durchschnitt um etwa 0,8 Grad Celsius gestiegen (PNAS: Hansen et al., 2006).

Einzelne Werte würden aus natürlichen Gründen zwar von Jahr zu Jahr schwanken, sagt Schellnhuber, doch es gebe einen langfristigen Aufwärtstrend. Dieser resultiere aus fundamentaler Strahlungsphysik: "Die aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entweichenden Treibhausgase hemmen die Entsorgung der Sonnenenergie ins Weltall und heizen dadurch die Erde immer mehr auf. Denn unser Planet importiert mehr Energie als er exportiert."

Aktueller wissenschaftlicher Konsens ist, dass die globale Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert vermutlich um zwei bis vier Grad Celsius steigen wird (Climate Change 2013: IPCC, 2016).

"Das Tempo dieser Veränderungen übersteigt alles, was in der bisherigen Zivilisationsgeschichte geschah", sagt Schellnhuber. Aber gerade weil der Klimawandel menschengemacht sei, könne der Mensch ihn auch stoppen.

4. Die Eismassen an den Polen schwinden

Einige Folgen sind schon heute sichtbar. Als gesichert gilt der Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und Meereisschwund. So ist die Eisschicht zur Sommerzeit in der Arktis in den vergangenen Jahren immer dünner geworden und hat sich immer weniger ausgebreitet.

Zwar frieren Teile des Meeres im hohen Norden weiterhin zu, doch am Ende des Sommers beobachteten Forscher zuletzt offenes Meer in weiten Gebieten, die sonst zugefroren sind. Das ist auf Fotos aus dem All und vor Ort zu sehen. 2016 wurde der Negativrekord erreicht.

Das Meereis weltweit

Die Kurve zeichnet nach, wie viel Fläche der Erde an Nord- und Südpol im Jahresverlauf mit Meereis bedeckt ist. In diesem Jahr hat sie dramatisch abgenommen, wie die rote Linie zeigt.

National Snow & Ice Data Center © ZEIT ONLINE

Eine animierte Grafik, basierend auf Satellitendaten der Nasa, zeigt deutlich, wie die Eisfläche seit 1979 geschrumpft ist. 2016 schließlich gab es so wenig Eis, wie nie zuvor (ZEIT ONLINE berichtete).

"Selbstverständlich wird es Schwankungen von Jahr zu Jahr oder abhängig von der jeweiligen Wetterlage geben", sagte der Ozeanograf Mark Brandon damals im Interview, "aber infolge der Erderwärmung gibt es einen unerbittlichen Abwärtstrend, was die Fläche des Meereises angeht."