Die Wegwerfplastiktüte an der Kasse – sie ist nicht nur geächtet, seit letztem Sommer gibt es sie in Supermärkten auch nicht mehr umsonst. Plastikmüll verrottet auf Müllkippen einfach zu langsam, verschmutzt die Meere, enthält Giftstoffe, die in die Umwelt gelangen, das Recycling ist aufwendig – und selbst das, was heute als Bioplastik auf dem Markt ist , ist nicht so kompostierbar, wie viele sich das vorstellen.

Ein Jahr nachdem mehr als 3.000 Rewe-Filialen und andere Supermärkte in Deutschland die Einwegplastiktüte komplett aus ihrem Programm genommen haben, ziehen nun die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd nach. Und gehen noch weiter: An den Aldi-Kassen wird es künftig überhaupt keine Einwegtüten mehr geben – weder aus Polyethylen noch aus Papier. Die Umstellung auf Mehrwegbeutel ist für den Herbst geplant und wird nach und nach in den Filialen stattfinden, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Weder Plastik noch Papier

Auch Papiertüten haben keine gute Ökobilanz: Für ihre Herstellung wird viel Wasser verbraucht, sie gehen schnell kaputt und werden deshalb noch seltener wiederverwendet als die Einwegvariante aus Plastik. Wer künftig bei Aldi einkauft, wird also einen Rucksack oder Jutebeutel dabeihaben oder sich einen leeren Karton aus den Regalen klauben müssen. Zur Not soll es an der Kasse einen Mehrwegbeutel aus Kunststoff zu kaufen geben, zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial, wie das Unternehmen mitteilte. Auch der wird ab Herbst sukzessive eingeführt. Ob der umweltfreundlicher ist als die dünnen Tüten von früher? Unsere Kartengeschichte erklärt, welche Ökobilanz Plastik, Jute und Papier haben.

Was ist so schlimm an den Tüten?

Generell ist alles, was den Müll weltweit reduziert, wünschenswert. Denn Millionen Vögel und Fische verenden jedes Jahr an im Meer treibendem Plastik. Entweder, weil sie es fressen, oder, weil sie sich in Netzen, Schlaufen oder Sixpack-Trägern (ZEIT ONLINE berichtete über essbare Alternativen) verfangen und qualvoll ersticken oder verhungern. 

Allein im Nordpazifik treibt auf einer Fläche mindestens zwei-, vielleicht auch viermal so groß wie Deutschland ein Teppich aus Unrat. Plastik ist darin besonders stark vertreten – denn es braucht bis zu 500 Jahre, um sich zu zersetzen. Knapp 30 Millionen Tonnen Kunststoff landen Jahr für Jahr in den Meeren. Manche Hochrechnung besagt sogar, in wenigen Jahrzehnten könne es mehr Plastik in den Ozeanen geben als Fische.

Selbst zersetzt schadet Kunststoff der Umwelt und der Gesundheit: In Form winziger Partikel, als Mikroplastik, hat er sich längst auf dem Globus verteilt und landet über die Nahrungskette auch in unserem Essen. Insofern ist jede eingesparte Plastiktüte ein Gewinn. Genau wie jede Papier- oder Jutetüte weniger.

Welche Tüte hat die bessere Ökobilanz? Seit einiger Zeit sind Plastiktüten in Geschäften kostenpflichtig. Welche Alternativen sind besser: Papier, Stoff oder Jute?