Der United States Fish and Wildlife Service, das Amt für Fisch- und Wildtierschutz, hat Restriktionen für die Einfuhr von Jagdtrophäen in die USA gelockert. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf ein Memorandum (pdf), das die Behörde in der vergangenen Woche veröffentlicht hat.

Demnach sollen Trophäen von erlegten Elefanten, Löwen oder auch Buntbockantilopen mit einer Sondererlaubnis künftig in die USA gebracht werden können. Die Lockerung betrifft Tiergüter aus Simbabwe, Sambia, Tansania, Südafrika, Botswana und Namibia. Die Einfuhrberechtigung werde auf individueller Basis geprüft. Die neue Regelung gelte nicht automatisch für alle Trophäen, betonte die Behörde.

Im November wollte die Trump-Regierung ein weiteres Artenschutzverbot aufheben, das unter der Präsidentschaft von Barack Obama erlassen worden war: Körperteile von legal gejagten Elefanten aus Sambia und Simbabwe sollten wieder in die USA eingeführt werden dürfen. Der US-Präsident machte diese Entscheidung allerdings nur einen Tag später wieder rückgängig. Trump habe große Schwierigkeiten damit, nachzuvollziehen, wie "diese Horrorshow irgendwie zum Schutz von Elefanten oder anderen Tieren" beitragen solle. 

Regulierte Jagd für mehr Artenschutz?

Jagd- und Einfuhrgenehmigungen sind umstritten. Jagd- und Schützenorganisationen wie der Safari Club International und die National Rifle Association, aber auch Naturschutzorganisationen wie der Fish and Wildlife Service argumentieren, dass eine regulierte Jagd dabei helfen könne, bestimmte Tierbestände zu erhalten. Durch die Einnahmen aus Jagdgenehmigungen würden zahlreiche Tierschutzprogramme unterstützt.

Um eine Erlaubnis zur Ausfuhr von Trophäen zu erhalten, müssten die exportierenden Länder nachweisen, dass die Jagd das Überleben bestimmter Arten in der Wildnis fördere. Dem Bericht der New York Times zufolge würden Jäger für die Erlaubnis, einen Löwen oder einen Elefanten zu schießen, mindestens 100.000 Dollar bezahlen – Geld, das in Artenschutzprojekte investiert werden könne.