Die EU-Staaten haben einem Freilandverbot für einige bienenschädliche Insektengifte zugestimmt. In dem zuständigen EU-Ausschuss in Brüssel sprach sich eine qualifizierte Mehrheit für den Vorschlag der Kommission aus, den Einsatz von sogenannten Neonikotinoiden auf Äckern zu verbieten und auf Gewächshäuser zu beschränken. Das teilte die EU-Kommission mit. "Die Gesundheit der Bienen bleibt für mich von größter Bedeutung, weil sie Artenvielfalt, Lebensmittelproduktion und Umwelt betrifft", sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.

Entschieden wurde darüber im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel in Brüssel. Das Verbot gilt für die Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin aus der Gruppe der Neonikotinoide. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte zuvor die Schädlichkeit der Stoffe für Wild- und Honigbienen bestätigt.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) freute sich über das Freilandverbot für die Insektizide: "Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen in Deutschland und in Europa." Bereits vor dem Votum hatte sie gesagt, was der Biene schade, müsse weg vom Markt.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wies im ZDF-Morgenmagazin auf die Folgen der Gifte hin: "Das Insektensterben ist jetzt wirklich dramatisch." Sollte das Verbot im EU-Ausschuss bestätigt werden, kündigte Schulze an: "Dann ist binnen drei Monaten Schluss mit Neonikotinoiden." Die genannten Insektizide sind für Insekten deutlich giftiger als für Säugetiere oder Vögel. Sie greifen das zentrale Nervensystem an, können lähmen oder zum Tode führen.