Durch den Klimawandel werden die Ozeane immer saurer. Das würde Mikroalgen bedrohen, die Grundlage sind für eine ganze Nahrungskette. Das nahmen Forscher bislang an. Doch tatsächlich scheint die Versauerung die Mikroalgen-Gemeinschaften in arktischen Küstengewässern wenig zu beeinträchtigen. Forscher haben auch eine Erklärung dafür: Vermutlich liegt das daran, dass das Phytoplankton in der Arktis bereits natürlicherweise extremen und sehr variablen Umweltbedingungen ausgesetzt ist, berichten Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) gemeinsam mit kanadischen Kollegen in der Fachzeitschrift Nature Climate Change (Hoppe et al., 2018).

Mikroalgen sind in der Arktis im Winter kompletter Dunkelheit, im Sommer durchgängig dem Tageslicht ausgesetzt. Außerdem leben sie mal in klarem, salzhaltigem Meerwasser, mal im trüben Süßwasser aus Flüssen. Die Forscher um AWI-Forscherin Clara Hoppe zeigten nun, dass sie das vermutlich besonders widerstandsfähig werden lässt. "Sie reagieren zum Beispiel weniger stark auf Ozeanversauerung als wir es von Experimenten aus dem Südpolarmeer oder den gemäßigten Breiten kennen", sagte Hoppe. Das gelte sowohl für ihre Produktivität als auch für die Zusammensetzung der Gemeinschaften. "Eine gute Nachricht", sagte Hoppe.

Joe Raedle/Getty Images
Klimawandel! Was heißt das?

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Die Erderwärmung bedroht die Welt, aber wie genau? Wir erklären Wetter, Klima und warum der Wandel so gefährlich ist.

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Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

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sagt, warum das ein Problem ist:

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Das Wetter

… ist der Zustand der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was ist Wetter, was Klima?

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... ist das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, etwa 30 Jahre.

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Auch die 2°C Erwärmung beeinträchtigen Ökosysteme auf der ganzen Welt stark und bedrohen damit auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Stimmt. Viele Forscher sind sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Europa soll aber nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Die Wissenschaftler hatten mit natürlichen Mikroalgen-Gemeinschaften experimentiert und diese unterschiedlichen Temperaturen, Lichtverhältnissen oder pH-Werten ausgesetzt.

Die zunehmende Versauerung der Ozeane ist eine Folge des Klimawandels: Durch den höheren Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre gelangt mehr Kohlendioxid in das Wasser. Dort reagiert es zu Kohlensäure – das Wasser wird saurer. Die Versauerung ist in der Arktis stärker ausgeprägt als in Regionen mit stabileren Umweltbedingungen. Zu weiteren Folgen des Klimwandels zählen die Erwärmung des Wassers und die durch den Meereisrückgang veränderten Lichtbedingungen. Mikroalgen bilden eine wesentliche Nahrungsgrundlage im arktischen Ökosystem, von ihnen ernährt sich unter anderem Krill, der wiederum Walen, Robben und kommerziell genutzten Fischarten als Futter dient.