Delfine und Kleinwale werden nach Erkenntnissen von Tierschützern immer stärker gejagt. Inzwischen würden weltweit rund 100.000 Tiere pro Jahr getötet, teilten die Organisationen Animal Welfare Institute, Whale and Dolphin Conservation und Pro Wildlife mit. Das sei mehr als bislang angenommen.

Für ihren Bericht werteten die Tierschützer mehr als 300 wissenschaftliche Studien sowie Augenzeugen- und Zeitungsberichte aus. Demnach liege die Hauptursache für die zunehmende Jagd darin, dass Delfine in ärmeren Ländern verstärkt verzehrt würden. Vor allem in westafrikanischen Ländern ersetze Delfinfleisch schwindende Erträge aus der lokalen Fischerei, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren.

Die Tierschützer beklagen zudem den Einsatz von Delfinfleisch als Köder. "In vielen Ländern ist der Fang von Haien oder Thunfisch die größte Motivation, Delfine zu jagen", sagte Pro-Wildlife-Gründerin Sandra Altherr. So werde geschnittenes Delfinfleisch immer öfter auf Haken oder in Reusen zum Ködern eingesetzt.

15.000 getötete Tiere in Peru

Auch der Beifang, bei dem Delfine zufällig in Fischernetzen landen, sei ein wachsendes Problem. Zumindest in Ländern, in denen der Beifang kommerziell genutzt werden dürfe, landeten die Tiere nicht mehr ganz so zufällig im Netz. "Da sehen wir, dass es einen Übergang gibt zu einer beabsichtigten Jagd", sagte Altherr.

Die meisten Tiere werden dem Bericht zufolge in Peru getötet, dort sterben jährlich rund 15.000 Delfine und Kleinwale durch die Jagd. Darauf folgt Nigeria mit 10.000 Tieren. In Brasilien, Venezuela, Madagaskar, Indien, Südkorea und Malaysia würden Tausende Meeressäuger pro Jahr sterben.