Bis zum Jahr 2020 will Deutschland den CO2-Ausstoß senken – Zielmarke waren 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Die Bundesregierung ist davon inzwischen abgerückt. Das Ziel könnte einer Studie (PDF) zufolge aber noch erreicht werden, ohne dabei die Stromversorgung zu gefährden. Laut einer aktuellen Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik im Auftrag von Greenpeace müssten dafür die ältesten Braunkohleblöcke abgeschaltet werden und einige Braunkohlekraftwerke ihre Leistung leicht drosseln. Außerdem müsste die Wind- und Solarkraft wie im Koalitionsvertrag vereinbart ausgebaut werden.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte Mitte Juni einen Klimaschutzbericht für 2017 vorgelegt, laut dem die Treibhausgasemissionen bis 2020 nur um etwa 32 Prozent unter dem Stand von 1990 liegen werden.

Die Studie führt 14 Braunkohleblöcke auf, die bis 2020 stillgelegt werden müssten, um das Klimaschutzziel zu erreichen. Gemeinsam haben sie eine Leistung von 6,1 Gigawatt. Außerdem müssten die verbliebenen Braunkohlekraftwerke gedrosselt werden, die im Jahr 2020 ein Alter von mindestens 20 Jahren erreicht haben. Parallel dazu müssten zusätzliche Windkraft- und Solaranlagen mit einer Leistung von neun Gigawatt gebaut werden.

Studienautor Norman Gerhardt erläuterte, dass durch die Stilllegung und das Drosseln von Braunkohlekraftwerken im Umfang von rund 13,5 Gigawatt Leistung die Versorgungssicherheit nicht gefährdet sei. Auch die Strompreise würden nicht steigen.