Im vergangenen Jahr ist die größte Menge an Treibhausgasen seit Beginn der Messungen ausgestoßen worden. Das melden die Amerikanische Meteorologische Gesellschaft (AMS) und die Nationale Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in ihrem Jahresbericht State of the Climate in 2017. Die Emissionen der drei schädlichsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO₂), Methan und Lachgas haben 2017 neue Rekordausmaße erreicht, hieß es darin. 

Inzwischen liegt die weltweite Kohlendioxidkonzentration bei 405 ppm. Seit den frühen Sechzigerjahren habe sich die Zunahme von CO₂ in der Erdatmosphäre fast vervierfacht. Auch die globale Temperatur an Land wie in den Ozeanen sei "bemerkenswert hoch" gewesen. Sie lag nur knapp unter dem Rekordwert 2016. Die zehn heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen ereigneten sich alle seit 1998, die vier wärmsten davon seit 2014.

Joe Raedle/Getty Images
Klimawandel! Was heißt das?

Klimawandel! Was heißt das?

Die Erderwärmung bedroht die Welt, aber wie genau? Wir erklären Wetter, Klima und warum der Wandel so gefährlich ist.

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Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

sagt, warum das ein Problem ist:

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Das Wetter

… ist der Zustand der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was ist Wetter, was Klima?

Das Klima

... ist das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, etwa 30 Jahre.

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Auch die 2°C Erwärmung beeinträchtigen Ökosysteme auf der ganzen Welt stark und bedrohen damit auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Stimmt. Viele Forscher sind sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Europa soll aber nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Der Klimawandel wirkt sich auf die Arktis und Gletscher weltweit aus. In der Arktis liegen die Temperaturen den Angaben zufolge 1,6 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Derart hohe Temperaturen seien in den vergangenen 2.000 Jahren nicht beobachtet worden; entsprechend ging auch die Eisausdehnung zurück. Im März war sie auf dem niedrigsten Stand der 37-jährigen Satellitenüberwachung. Gletscher schmolzen das 38. Jahr in Folge. Seit 1980 büßten die Gletscher durchschnittlich 22 Meter ein. An dem State-of-the-Climate-Bericht arbeiten 450 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 60 Ländern, er erschien zum 28. Mal.

Die USA sind nach China das Land mit den höchsten klimaschädlichen Ausstößen. Die USA wollen sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen, das eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vorsieht. Im November 2017 reichten sie das Austrittsgesuch bei den Vereinten Nationen ein, formal können sie aber erst später austreten. Das US-Außenministerium geht von November 2019 aus.

China hingegen versucht sich derzeit vom Klimakiller zum Klimaretter zu profilieren. Der Datenlage nach könnte das Land seine klimapolitischen Ziele sogar noch vor der in Paris vereinbarten Frist erreichen – trotz Wirtschaftswachstum. Die Schadstoffbelastung geht zurück, Tausende von Fabriken in der Kohle- und Stahlindustrie mussten schließen, das Land treibt Geoengineering voran, also die künstliche Erzeugung von Regen in Wüsten oder die Bewaldung erodierter Berge. Zudem investiert China stark in nichtfossile Energieträger: In den vergangenen Jahren sind so viele Solar- und Windkraftanlagen errichtet worden wie im Rest der Welt zusammen. Kritiker bemängeln jedoch, dass China dafür im Ausland klimaschädliche Projekte vorantreibe.